Monti: Weg frei für Eurobonds
Die Eurozone hat nach den Worten des italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti am Freitag den Weg für gemeinschaftliche Anleihen bereitet. Die Eurozone sei nun "gestärkt".

Foto © Reuters Mario Monti
Die Währungsgemeinschaft habe mit ihren nächtlichen Beschlüssen dafür die Basis gelegt, sagte Monti, der Entlastungen für den Schuldendienst seines angeschlagenen Landes gefordert hatte. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt eine Vergemeinschaftung von Schulden ab.
Italien hat offenbar auch noch in einem weiteren Punkt ein Entgegenkommen erreicht: Staaten, die die vereinbarten Regeln zu Schulden und Budget einhielten, würden nicht von der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) kontrolliert, wenn sie finanzielle Hilfen eines Rettungsschirms in Anspruch nähmen, sagte Monti. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone habe derzeit aber keine Absicht, eine solche Hilfe zu beantragen.
Italien fühlt sich von den Finanzmärkten ungerecht behandelt. Trotz eines umfangreichen Reformprogramms und anerkannter Fortschritte in der Budgetsanierung muss das Land derzeit rekordhohe Zinsen bieten, wenn es frisches Geld am Kapitalmarkt aufnimmt. Monti hatte einen Mechanismus vorgeschlagen, unter dem der EFSF von einer bestimmten Zinshöhe an quasi automatisch Anleihen kauft.
Monti sprach von harten Debatten bei dem mehrstündigen Euro-Gipfel. "Die Eurozone ist gestärkt", lautete die Bilanz des parteilosen Regierungschefs.













