"Dem faulen Staat ein Ende bereiten"
Ein Neustart in der Eurozone ist das erklärte Ziel des griechischen Linksradikalen Alexis Tsipras nach der Wahl am Sonntag. Eine Allparteienregierung ist für das Linksbündnis ausgeschlossen.

Foto © APAAlexis Tsipras ist sich siegessicher
Das Bündnis der radikalen Linken (SYRIZA) will am Montag nach den Wahlen in Griechenland dem "faulen griechischen Staat ein Ende bereiten" und bei Verbleib in der Eurozone einen Neustart wagen. Dies erklärte am Dienstag der Chef der griechischen Linksradikalen, Alexis Tsipras, im griechischen Fernsehen. "Wir übernehmen die Regierung und beenden am Montag das Memorandum (Sparprogramm) für ein gerechteres Griechenland", sagte Tsipras. Die SYRIZA war bei den Wahlen am 6. Mai als zweitstärkste Partei hervorgegangen, dürfte sich am kommenden Sonntag bei den Neuwahlen nach Umfragen mit den Konservativen ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern.
Keine "Bonzen" mehr
Seine Regierung wolle für eine gerechte Verteilung der Lasten sorgen, unterbreitete er sein Wahlprogramm. Überbezahlte Parteiberater und "Bonzen" werde es nicht mehr geben, meinte Tsipras weiter. "Reichwerden mit staatlichem Geld ist zu Ende!", sagte er. Die Löhne der Minister würden halbiert. Für Bürger, die arbeitslos und verschuldet sind, soll es einen Schuldenschnitt geben. Die Arbeitslosigkeit und die Kriminalität sollen vehement bekämpft werden. Woher er die Gelder für diese Wahlversprechungen nehmen wollte, sagte Tsipras nicht. In Griechenland finde "eine friedliche Revolution" statt. "Das griechische Volk wird am Sonntag Geschichte schreiben", sagte Tsipras.
Das Linksbündnis SYRIZA schließt eine Beteiligung an einer Regierung der nationalen Einheit aus. Das südeuropäische Land benötige eine eindeutige politische Richtung, erklärte Parteichef Alexis Tsipras am Dienstag. Im Falle eines Wahlsieges werde SYRIZA die Banken unter staatliche Kontrolle bringen und die Geldhäuser über die Ausgabe von Aktien rekapitalisieren. Die Partei lehnt die Spar-und Reformauflagen der internationalen Geldgeber entschieden ab.
In Griechenland muss am Sonntag neu gewählt werden, nachdem die Parteien es nach dem vorigen Votum Anfang Mai nicht schafften, eine Regierung zu bilden. Die Wahl gilt auch als Abstimmung über den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone und die Zukunft des 130 Milliarden Euro schweren internationalen Rettungsprogramms. In Umfragen hat sich kein klarer Favorit abgezeichnet. Die konservative Neue Demokratie und SYRIZA liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen.













