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    Zuletzt aktualisiert: 03.06.2012 um 09:36 UhrKommentare

    Soros: Deutschland bleiben drei Monate zur Euro-Rettung

    Geht es nach dem US-Investor George Soros, so ist Deutschland der notwendige Dreh- und Angelpunkt, um den Euro auf Kurs zu halten. Die Euro-Krise drohe die Europäische Union zu zerstören und sie in "ein verlorenes Jahrzehnt" zu stürzen, so der Milliardär.

    Der US-Investor George Soros

    Foto © APDer US-Investor George Soros

    Die Rettung des Euro hängt nach Einschätzung des US-Großinvestors George Soros an Deutschland und zur Lösung der Krise habe die deutsche Bundesregierung nur noch rund drei Monate Zeit. Viel Hoffnung, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Position bis dahin ändere und schwächeren Ländern stärker helfe, habe er aber nicht, sagte Soros am Samstag auf einer Wirtschaftskonferenz im italienischen Trient.

    In Deutschland laufen die Fäden zusammen

    Es gebe viele Möglichkeiten, um die hohen Finanzierungskosten von Schuldenländern abzumildern, aber alle diese Möglichkeiten erforderten die aktive Unterstützung der deutschen Bundesbank und Bundesregierung, sagte Soros. Viel Zeit bleibe aber nicht mehr. Die Wahlen in Griechenland Mitte Juni würden zwar wohl eine Regierung hervorbringen, die sich an die Sparzusagen des Landes an seine internationalen Geldgeber halten wolle. Diese Regierung werde aber schnell sehen, dass das gar nicht möglich sei. Die Krise werde sich zum Herbst hin zuspitzen. Zu dem Zeitpunkt aber werde auch die deutsche Wirtschaft schwach dastehen und für Merkel wäre es daher ungleich schwerer als derzeit, die Deutschen zu überzeugen, dass sie zusätzliche Verantwortung für Europa übernehmen müssten. "Daher die Einengung auf ein Fenster von drei Monaten", sagte Soros.

    Droht ein "verlorenes Jahrzehnt"

    Die Euro-Krise drohe die Europäische Union zu zerstören und sie in "ein verlorenes Jahrzehnt" zu stürzen, wie es in den 1980er Jahren in Südamerika der Fall gewesen sei, sagte Soros. Das sei es, was Deutschland und andere Länder erkennen müssten - wofür es aber keine Anzeichen gebe. Soros forderte einen Einlagensicherungsfonds für Europa und auch direkte Zugriffsmöglichkeiten für Banken auf den Euro-Rettungsfonds. Zudem müsse es Instrumente geben, die es hoch verschuldeten Ländern erlaubten, ihre Kreditkosten zu verringern. Ansonsten werde in Länder wie Italien die Zustimmung zu Reformen schwinden und es für die Regierungen schwieriger, Einsparungen umzusetzen.


    Fakten

    George Soros ist ein Milliardär, der mit Finanzspekulationen reich geworden ist, und ein Wohltäter, der Demokratisierung, Zivilgesellschaft und soziale Entwicklung fördert. 1956 ging der gebürtige Ungar in die USA und gründete einen internationalen Investment-Fonds. Soros ist heute Chef des Soros Fund Management LLC. Sein größter Coup gelang ihm 1992 mit einer Spekulation gegen die britische Zentralbank und das britische Pfund. Soros zwang die Bank zur Senkung des Kurses und verdiente über Nacht 1,4 Milliarden Dollar.

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