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    Zuletzt aktualisiert: 01.06.2012 um 20:23 UhrKommentare

    "Zahlen auf den Tisch, Bürgern reinen Wein einschenken"

    Erste-Boss Andreas Treichl ist skeptisch, ob Spanien ohne europäische Milliardenhilfen auskommt. Im Falle Griechenlands zahle Europa sowieso.

    Auf alle Eventualitäten vorbereitet: Andreas Treichl, Erste Group

    Foto © ReutersAuf alle Eventualitäten vorbereitet: Andreas Treichl, Erste Group

    Die Griechen werden es aus eigener Kraft wahrscheinlich nicht schaffen und es wird Jahre dauern, vielleicht eine ganze Generation, bis Griechenland aus diesem Schlamassel heraußen ist." Diese Wahrheit muss auf den Tisch, sagt der Generaldirektor der Erste Bank, Andreas Treichl, im Gespräch mit den führenden Bundesländerzeitungen.

    Sein Institut ist auf alle Eventualitäten vorbereitet, sowohl auf eine Rückkehr Griechenlands zur Drachme als auch auf eine fortgesetzte Rettungsaktion. Ein Euro-Ausstieg sei praktisch über Nacht an einem langen Wochenende zu schaffen, sagt Treichl.

    Unkalkulierbar sei dabei die Gefahr der Ansteckung für Spanien oder Italien und die Wahrscheinlichkeit, dass Sparer dort ihre Konten räumen und wie die Griechen ihr Geld außer Landes bringen. Daher müsse jede gewählte Lösung für Griechenland auch diese Länder "mitdenken". Treichl: "Wenn es zur Ansteckung kommt, dann müssen eben diese Länder auch verarztet werden." Ansonsten lägen die Dinge in Italien und Spanien "komplett anders". Spanier und Italiener seien stark genug und verfügten über intakte Strukturen und Wachstumsmöglichkeiten, während diese in Griechenland komplett fehlten. In einem Interview mit "Ö1" hegt Treichl dennoch Zweifel, ob Spanien aus seiner Banken- und Schuldenkrise ohne europäische Milliardenhilfen herauskommt. Dort ist wegen der geplatzten Immobilienblase die Bankenkrise eskaliert.

    Zugleich gehöre Griechenland relativiert. Im Rahmen der Deutschen Wiedervereinigung hätten 40 Millionen Westdeutsche 20 Millionen Ostdeutsche subventioniert. Jetzt geht es darum, dass mehr als 300 Millionen Europäer ein Zehn-Millionen-Volk unterstützen müssen. "Das ist notwendig, denn wenn wir das nicht tun, dann wird es wirklich teuer werden für Europa." Wichtig sei, so Treichl, dass man den Menschen reinen Wein einschenke, die Zahlen auf den Tisch lege.

    Treichl hält beide Varianten zur Bewältigung der Griechen-Krise für machbar, Austritt als auch fortgesetzte Unterstützung. "Das einfachste und risikoloseste wäre es, die Griechen in der Eurozone zu belassen, auch wenn es derzeit den Anschein hat, als ob es in die andere Richtung ginge." Europa werde auf jeden Fall zahlen müssen - ob Athen nun aus dem Euro ausscheidet oder nicht.

    Eine gemeinsame Währung muss aber auch zu einer gemeinsamen Steuer- und Wirtschaftspolitik führen. Eine mögliche Konsequenz daraus wären Eurobonds. Treichl: "Am wenigsten beneide ich die deutsche Kanzlerin. Wenn sie das Richtige für Europa unternimmt, wird sie daheim abgewählt." Sie habe damit keine andere Möglichkeit, als auf Zeitgewinn zu spielen.

    Die Lösung der Krise werde Generationen dauern, alle zahlen, vor allem auch klassische Geschäftsbanken in Europa, während die großen Investmentinstitute aus Übersee ungeschoren davon kämen. "Wir als Erste Group sind derzeit die weltweit am höchsten besteuerte Bank. Ob wir jetzt Gewinne machen oder nicht, alleine in Österreich sind es heuer 160 Millionen."

    Europa muss sich stärker gegen die USA durchsetzen, sagt Treichl. "Sie haben mehr Staatsschulden als die Europäer, mit Kalifornien einen bankrotten Teilstaat, der zigmal größer ist als Griechenland. Und zugleich haben sie keinen Genierer, uns Europäern viele kluge Ratschläge zu geben. Was uns Europäern fehlt, ist eine Führungsfigur, die den Amerikanern sagt, jetzt reicht es."


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