Der Bau lässt aus: Arbeitslosigkeit steigt
April nahm die Arbeitslosigkeit stark zu: um 6,6 Prozent in Österreich und um 11,3 Prozent in der Steiermark. Besonders die Baubranche ließ aus. Regierung startet nun um 20 Millionen Euro ein Sonderprogramm.

Foto © Fotolia/mirpic
Am "Tag der Arbeit" musste das Sozialministerium am Dienstag bedrückende Arbeitsmarktdaten für Österreich bekannt geben: Die Zahl der Arbeitslosen hat sich im April um 6,6 Prozent auf 251.823 Menschen erhöht, zusätzlich wuchs auch die Zahl der Teilnehmer an AMS-Schulungen um sieben Prozent auf fast genau 70.000 Personen. Ein schwacher Trost: Österreich weist trotzdem noch immer die geringste Arbeitslosigkeit in der EU auf. Nach heimischer Berechnungsmethode lag die Quote im April bei 6,8 Prozent, nach EU-Rechnung lag sie im März (das ist hier der jüngste verfügbare Wert) bei 4,0 Prozent. Gleichzeitig gibt es so viele Beschäftigte wie noch nie, nämlich 3.430.000 Personen. Das sind um 54.000 Jobs mehr als im Vorjahresmonat.
Sozialminister Rudolf Hundstorfer verwies auf die schwache Wirtschaftsentwicklung in Europa, der sich Österreich nicht entziehen könne. Da die Situation "schwieriger geworden" sei, werde die Regierung ab sofort eine Beschäftigungsoffensive mit zusätzlich 20 Millionen Euro starten. Noch heuer sollen für mindestens 1500 Langzeit-Arbeitslose Jobs in sozialökonomischen Betrieben und gemeinnützigen Projekten geschaffen werden.
Steirer stark betroffen
In der Steiermark, wo die Arbeitslosigkeit schon im März vergleichsweise am stärksten zugelegt hatte, wuchs sie auch im April überdurchschnittlich stark an, nämlich um plus 11,3 Prozent. Dazu AMS-Sprecher Hermann Gössinger: "Wir hätten uns im April eine massive Verbesserung in der Baubranche erhofft, die ist aber nicht eingetreten." Zwar höre man aus der Industrie, dass die Auftragsbücher voll und die Lage gut sei. "Auf dem Arbeitsmarkt spüren wir das leider noch nicht. Umgekehrt gibt es aber auch keine Anzeichen für eine Krise, es gibt keine Anzeichen für Kurzarbeit oder Meldungen an unser Frühwarnsystem."
Für das Gesamtjahr, ergibt eine Regionalprognose der Bank Austria, wird mit einer "stabilen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt" gerechnet. Eine weitere Verbesserungstendenz gegenüber dem sehr guten Jahr 2011 sei zwar nicht zu erwarten, aber auch keine gravierende Verschlechterung, betont Landesdirektor Bernd Meister. Das liege auch daran, dass trotz der konjunkturellen Abkühlung in der Steiermark ein Wirtschaftswachstum von einem Prozent erwartet wird.













