Bester Börsenstart seit 18 Jahren
Bis zu 41 Prozent haben heimische Aktien seit Jahresbeginn zugelegt, auch die Industrie-Aufträge steigen. War's das bereits mit der Krise?

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Gerade herrschte noch höchste Alarmstufe. Der Rating-Rundumschlag über weite Teile der Euro-Zone ließ für die Wirtschaft Schlimmstes befürchten. Doch dann das: Aus Deutschland werden historisch gute Arbeitsmarktdaten und überraschend stabile Konjunkturdaten vermeldet.
Trendwende nach oben
Für Österreich verkündet Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer eine "Industrie-Trendwende nach oben". Das heißt: Die heimische Industrie scheine tatsächlich rascher als ursprünglich erwartet auf eine nachhaltige Wachstumsspur zurückzukehren. Ergo: "Das bestärkt mich in meiner Erwartung, dass sich in einem schwierigen, von Vertrauensmangel geprägten Umfeld die europäische und mit ihr die österreichische Wirtschaft 2012 besser entwickeln wird, als von vielen erwartet", so Bruckbauer. Und dann auch noch das. Der Jänner war an den internationalen Märkten der gewinnträchtigste Börsenmonat seit 1994.
Der ATX konnte - nach dem Horrorjahr 2011 - im laufenden Jahr bereits um 17,12 Prozent zulegen. Beim Dax in Frankfurt liegt das Plus bei knapp 15 Prozent. Insbesondere die Banken, die im Vorjahr zu den größten Verlierern an der Börse zählten, haben einen furiosen Jahresstart hingelegt. Bei Raiffeisen steht ein Plus von 41 Prozent, die Erste Group kletterte seit Jahresbeginn um 36 Prozent. Blickt man jedoch ein ganzes Jahr zurück, zeigt sich, wie tief die beiden Großbanken gefallen sind. Über ein Jahr gerechnet liegt Raiffeisen noch immer knapp 34, die Erste gar 50 Prozent im Minus.
Hoffnung und Rückfallgefahr
Von Krise an den Märkten war zuletzt aber immer weniger zu hören - trotz aller Unsicherheiten um einen Schuldenschnitt für Griechenland und obwohl der jüngste Euro-Gipfel mit überschaubaren Ergebnissen zu Ende gegangen ist. Trotzdem: "Der Optimismus steigt", meint etwa Jan Vrbsky von der Baader Bank. Selbst in den USA, wo die Devise zuletzt stets "bloß raus aus Europa" lautete, sei ein Meinungsumschwung zu beobachten. "Viele Analysten halten europäische Aktien für zu billig." Händler berichten von wachsendem Kaufinteresse und guten Umsätzen.
Dennoch, hier ist sich das Gros der Analysten-Schar einig, sei die "Rückfallgefahr" groß. Das heißt, dass die Sorgen um die Euro-Zone, aber auch die hohen Kapitallücken der europäischen Banken jederzeit wieder zu einem dominierenden Thema werden können. Oft sind es Einzelereignisse, die an den Finanzmärkten wieder Krisenstimmung auslösen können.













