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Zuletzt aktualisiert: 21.01.2012 um 08:25 UhrKommentare

Schuldenschnitt: Griechenland unter Zeitdruck

Vor dem Treffen der Euro-Finanzminister am Montag will die griechische Regierung am Wochenende Verhandlungen mit privaten Gläubigern unter Dach und Fach bringen. Diese sollen auf 65 bis 70 Prozent ihrer Forderungen verzichten.

Foto © APA

Die Verhandlungen der griechischen Regierung mit ihren privaten Gläubigern über deren entscheidende Beteiligung an einem Schuldenerlass sind auf Samstag vertagt worden. "Wir machen morgen weiter", sagte Finanzminister Evangelos Venizelos vor den seit Stunden vor dem Amtssitz von Ministerpräsident Lucas Papademos wartenden Journalisten. Der Internationale Bankenverband IIF erklärte in der Nacht auf Samstag, bei den Gesprächen am Freitagabend seien deutliche Fortschritte erzielt worden. Nun sei die Zeit für entschiedene Schritte gekommen, so der Verband und schien damit Zugeständnisse von den offiziellen Gläubigern EU und IWF einzufordern.

Die Griechen wollen eine Einigung unbedingt noch vor dem Treffen der Euro-Finanzminister am Montag unter Dach und Fach bringen, damit noch genug Zeit für eine rechtzeitige Umsetzung bleibt. Ein mit den Verhandlungen vertrauter Banker sagte der Nachrichtenagentur Reuters, erst am Montag werde endgültige Klarheit über die Gültigkeit einer Einigung herrschen. "Die Minister werden sich den Vorschlag ansehen und dann darüber entscheiden. Wenn sie ihn ablehnen, müssen wir zurück an den Verhandlungstisch."

Ein vorläufiger Kompromiss würde bis auf weiteres einen Staatsbankrott des südosteuropäischen Euro-Landes verhindern. Für die privaten Gläubiger dürfte eine Übereinkunft aber mit einem Forderungsverzicht von 65 bis zu 70 Prozent verbunden sein. Im Gegenzug sollen ihnen nach Angaben eines Bankenvertreters Staatsanleihen mit einer 30-jährigen Laufzeit und einer Verzinsung von durchschnittlich vier Prozent angeboten werden.

Die angestrebte Einigung mit den privaten Gläubigern - neben Banken sind das Versicherer und Hedgefonds - ist Teil eines 130 Mrd. Euro umfassenden Entschuldungsplans für Griechenland. Die Gesamtschulden des Landes belaufen sich auf mehr als 350 Mrd. Euro. In Athen laufen derzeit auch Verhandlungen zwischen der griechischen Regierung und den Vertretern der Troika aus Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Zentralbank (EZB) und EU-Kommission.

Die Regierung in Athen feilscht bereits seit Monaten mit dem IIF über einen Forderungsverzicht der privaten Gläubiger. Der Schuldenschnitt ist die Voraussetzung dafür, dass das Euro-Land dringend benötigte Mittel aus einem 130 Mrd. Euro schweren Hilfspaket von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) erhalten kann. Ohne das Geld droht dem Land bereits im März ein ungeordneter Bankrott, wenn Staatsanleihen im Volumen von 14,5 Mrd. Euro bedient werden müssen. Im Gegenzug für die Hilfen muss sich das Ägäisland jedoch zu weiteren Reformen verpflichten.


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