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Zuletzt aktualisiert: 14.01.2012 um 14:00 UhrKommentare

Herabstufung für Experten nicht überraschend

Die Herabstufung der österreichischen Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Standard & Poor´s hat gemischte Reaktionen hervorgerufen. Während die Regierung sie als "falsch" deklassiert, sind Experten von der Entscheidung nicht überrascht.

Foto © © koya79 - Fotolia.com

Für IHS-Chef Bernhard Felderer ist die Herabstufung Österreichs von Triple-A auf AA+ durch die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) keine Überraschung. "Ich hatte schon Hinweise dazu im November", sagte Felderer im Gespräch mit der APA. Auch die Regierung müsste davon gewusst haben. Man sollte die Gründe für Österreichs Triple-A-Verlust aber nicht nur in Ungarn und Italien suchen. "Wir sind alle an der Abstufung schuld. Es hat mit unserer eigenen Politik zu tun," betonte Felderer. Auch die Oppositionsparteien hätten in der Frage der Schuldebremse versagt.

Wifo-Chef Karl Aiginger bezeichnete die Herabstufung Österreichs durch S&P als "Gelbe Karte". Er glaube aber nicht, dass sie im Verhältnis zu den anderen Ländern den Realitäten entspricht. Österreich habe "eine hochaktive Leistungsbilanz". Außerdem seien die Ost-Beziehungen, die so kritisch gesehen würden, eigentlich eine Erfolgsgeschichte, sagte Aiginger am Samstag im Ö1-Mittagsjournal des ORF-Radios. Österreich müsse aber nun die begonnen Reformen forcieren. In der EU seien die Reformen nicht schnell genug umgesetzt worden. Die Herabstufungen seien "ein berechtigter Warnschuss".

Für Felderer hätte im vergangenen November "einiges einsetzen müssen". Hingegen habe es kräftige Lohnerhöhungen für Beamte gegeben, kritisierte der IHS-Chef. Ein Problem-Bewusstsein sei "überhaupt nicht vorhanden". Die Herabstufung sei "ein Signal" und habe vielleicht "etwas positives". Nun müssten die "Reformen viel intensiver" umgesetzt werden, etwa im Bereich der Pensionen, und die Schuldenbremse müsste kurzfristig mit den Stimmen aller Oppositionsparteien beschlossen werden, forderte Felderer.

Ansporn

Bundespräsident Heinz Fischer hat die Triple-A-Aberkennung durch die Ratingagentur Standard & Poor's am Samstag als nicht überraschend, aber trotzdem unerfreulich bezeichnet. Für Österreich könnte dies ein Ansporn für die Bemühungen sein, die Kreditwürdigkeit des Landes zu festigen. Es brauche ein "gutes, wirksames Sparpaket". Man dürfe keine Zeit verlieren, sagte er in der Ö1-Radioreihe "Im Journal zu Gast".

Für Bundeskanzler Werner Faymann (S) ist der Triple-A-Verlust für Österreich bei der US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) "falsch und unverständlich". Finanzministerin Maria Fekter bezeichnete die Herabstufung als "schlechte Nachricht". "Es ist eine von drei Ratingagenturen", versuchte der Bundeskanzler zu beruhigen. Österreich habe mit der Schuldenbremse und dem Konsolidierungskurs "den richtigen Kurs eingeleitet", betonte Faymann im Ö1-Mittagsjournal des ORF-Radios.


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