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Zuletzt aktualisiert: 06.12.2011 um 14:05 UhrKommentare

Bei Herunterstufung bliebe nur 8 Staaten dreifach-AAA

Das sind weltweit Australien, Dänemark, Großbritannien, Kanada, Norwegen, Schweden, Singapur und die Schweiz.

Der Klub der Länder, die von allen drei großen Ratingagenturen mit der Bestnote AAA bewertet werden, droht immer exklusiver zu werden. Sollte die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) wie angedroht ihre Bonitätsnote für die Euroländer Deutschland, Frankreich, Österreich, Finnland, Luxemburg und die Niederlande herabstufen, würden nur noch acht Staaten von allen drei Ratingagenturen S&P, Moody's und Fitch mit dem begehrten Triple-A benotet. Das sind Australien, Dänemark, Großbritannien, Kanada, Norwegen, Schweden, Schweiz und Singapur.

Australien

Der Rohstoffboom sorgt für eine glänzende Zukunft von "Down Under". Vier Prozent Wachstum traut die OECD dem fünften Kontinent im kommenden Jahr zu, 2013 sollen es mit 3,2 Prozent nicht viel weniger sein. Australien hat auch vorbildliche Staatsfinanzen. Der Schuldenberg entspricht derzeit nicht einmal 27 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Das Staatsdefizit soll in diesem Jahr bei 3,3 Prozent liegen und bis 2013 auf 0,3 Prozent schmelzen.

Dänemark

Der kleine Nachbar Deutschlands hat seine Finanzen besser im Griff als die meisten anderen EU-Länder. Mit 56,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes liegt die Staatsverschuldung unter der im Maastrichter EU-Vertrag festgelegten 60-Prozent-Marke. Das Staatsdefizit allerdings soll in diesem Jahr mit 3,7 Prozent die EU-Obergrenze von drei Prozent verletzen und 2012 sogar auf 5,1 Prozent steigen.

Großbritannien

Von allen AAA-Staaten steht Großbritannien mit am schlechtesten an. Das Haushaltsdefizit wird in diesem Jahr bei 9,4 Prozent liegen, 2012 mit 8,7 Prozent nur etwas geringer ausfallen und 2013 bei 7,3 Prozent erwartet. Der Schuldenstand liegt in diesem Jahr bei 80,8 Prozent und wird nach Prognose des IWF bis 2013 auf 85,9 Prozent steigen. Auch das Wachstum ist schwach: Im kommenden Jahr wird es laut OECD-Vorhersage nur zu einem halben Prozent reichen.

Kanada

Wie Australien profitiert auch Kanada von seinem Rohstoffreichtum. Jeweils rund zwei Prozent Wachstum traut der IWF dem Land in diesem und im kommenden Jahr zu. Auch die Staatsfinanzen sehen vergleichsweise gut aus. Das Defizit soll sich 2011/12 auf etwa 1,8 Prozent belaufen. Ab 2015 werden Überschüsse erwartet. Der Schuldenstand soll von 84,1 in diesem Jahr auf 73 Prozent bis 2016 sinken.

Norwegen

Das Land wächst dank seiner riesigen Ölvorräte nicht nur kräftig, sondern erwirtschaftet auch enorme Haushaltsüberschüsse. Das Plus soll in diesem Jahr 12,5 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen, auch 2012 und 2013 werden zweistellige Überschüsse erwartet. Der Schuldenstand dürfte daher von 56,5 Prozent in diesem Jahr auf 48,6 Prozent bis 2013 fallen.

Schweden

Auch der EU-Nachbar Norwegens wird laut Prognose der OECD in diesem Jahr einen leichten Haushaltsüberschuss ausweisen, auch in den kommenden beiden Jahren soll das Land ohne neue Schulden auskommen. Deshalb kann der Schuldenberg abgebaut werden. Er beträgt derzeit knapp 37 Prozent des BIP und soll 2013 auf 33,7 Prozent sinken.

Schweiz

Auch die Schweiz glänzt mit Überschüssen: Der Staat wird in diesem Jahr 0,8 Prozent mehr einnehmen als ausgeben. 2012 und 2013 soll der Überschuss bei jeweils einem halben Prozentpunkt liegen. Dadurch können Schulden abgebaut werden. Der Schuldenstand soll von derzeit 42,0 Prozent auf 40,7 Prozent im Jahr 2013 fallen. Dabei wächst die Wirtschaft nicht einmal besonders stark: Im laufenden Jahr wird ein Plus von 1,8 Prozent erwartet, 2012 nur noch 0,8 Prozent.

Singapur

Der Stadtstaat wächst nach Prognose des IWF in diesem Jahr um mehr als fünf und 2012 um mehr als vier Prozent. Trotzdem häuft die Finanz- und Handelsmetropole neue Schulden an: Das Defizit wird in diesem und in den kommenden Jahren bei mehr als drei Prozent veranschlagt. Dennoch soll der Schuldenberg dank des kräftiges Wachstums schrumpfen, und zwar auf 90,1 Prozent im kommenden Jahr von 96,3 Prozent 2010.


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