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Zuletzt aktualisiert: 15.07.2011 um 18:49 UhrKommentare

OeNB-Nowotny: Österreichs Großbanken "im oberen Mittelfeld"

"Nichtsdestotrotz ist es angesichts der erheblichen Risken im weltwirtschaftlichen Bereich anzustreben, dass eine weitere Stärkung der Eigenkapitalbasis erreicht wird", so der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank.

Foto © Reuters

Der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Ewald Nowotny, sieht in den Ergebnissen des Banken-Stresstests die Erwartungen der Aufsicht erfüllt. Bei den österreichischen Großbanken liege die Kapitalausstattung "im oberen Mittelfeld", sagte er Freitagabend nach Veröffentlichung der Stresstest-Ergebnisse. "Nichtsdestotrotz ist es angesichts der erheblichen Risken im weltwirtschaftlichen Bereich anzustreben, dass eine weitere Stärkung der Eigenkapitalbasis erreicht wird".

"Insgesamt bestätigen die Ergebnisse des Stressszenarios, dass der österreichische Bankensektor generell krisenfest aufgestellt ist", erklärt Nowotny. Mit diesem nun vorgelegten EBA-Stresstest und den zusätzlich bereitgestellten detaillierten Infos über Einzelbanken sei "ein größtmögliches Maß an Transparenz" erreicht worden. "Es ist zu hoffen, dass dies zu einer Stabilisierung der europäischen Finanzmärkte beiträgt".

In Österreich wurden die Erste Group, die Raiffeisen Bank International (RBI), die Bank Austria (über die Mutter UniCredit) und die Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) gestresst. Bei der ÖVAG, die beim Stresstest durchgefallen ist, sieht Nowotny Erklärungsbedarf für das Ergebnis: Der ÖVAG-Wert von 4,5 Prozent Kernkapital habe sich zum Stichtag Ende April ergeben, seither seien weitere Maßnahmen gesetzt worden.

Dazu gehöre die Einigung über den geplanten Verkauf der Volksbank International (VBI), die dazu führe, dass auch im Stressszenario eine Eigenkapitalquote über 5 Prozent erreicht werde. Wenn man den geplanten Verkauf der RZB-Anteile und weitere Strukturschritte hinzurechne, ergebe sich für die ÖVAG eine Kernkapitalquote "zwischen 6,5 und 7 Prozent".

Der Durchfaller der ÖVAG beim Stresstest sei also so zu erklären, dass einerseits zum Zeitpunkt der Erhebung bestimmte Maßnahmen noch nicht eingerechnet werden konnten und zweitens weil bestimmte Bestandteile des Kernkapitals, die nach österreichscher Regelung zum Eigenkapital gehören, von der Europäischen Bankenaufsicht EBA nicht anerkannt wurden. "Unter Berücksichtigung dieser voll-verlusttragungsfähigen Kernkapitalinstrumente gemäß der österreichischen Rechtslage ergibt sich auch im EBA-Stressszenario für die ÖVAG eine Kernkapitalquote von sieben Prozent", betonte Nowotny. Dahinter stehe die Problematik, die auch in Deutschland zu heftigen Diskussionen geführt habe, dass nämlich die EBA bestimmte Eigenkapital-Elemente, die speziell im deutschen Sprachraum sind, nicht anerkannt hat.

Im Faktischen sind diese Instrumente aber voll dem Haftkapital zuzurechnen, so der Gouverneur.


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