Finanzkrise für Österreichs Banken noch nicht vorbei
Für die österreichischen Banken ist nach der Finanzkrise noch nicht alles verdaut, warnte am Mittwoch Notenbank-Direktor Andreas Ittner in Wien. Die Lage habe sich gebessert, es gebe aber nach wie vor Risiken.

Foto © APNotenbank-Direktor Andreas Ittner
Noch ist die Finanzkrise für die heimischen Banken nicht ausgestanden, erklärt Notenbank-Direktor Andreas Ittner. Osteuropa wachse nach dem starken Einbruch von 2009 auch heuer stärker als der Euroraum, aber sehr heterogen, sagte Ittner. 60 Prozent der Erträge der österreichischen Banken - oder 2,1 Mrd. von 4,6 Mrd. Euro vom konsolidierten Ergebnis - stammten 2010 aus Ost/Südosteuropa.
Im Osten liegen die Wertberichtigungsquoten mit 6,6 Prozent doppelt so hoch wie im Österreich-Geschäft, in dem die Ertragslage übrigens "nicht brüllend" sei. Das Ostgeschäft sei aber trotz der höheren Anteile an faulen Krediten profitabler als der Österreich-Markt.
"Wir gehen davon aus, dass der Höhepunkt bei den faulen Krediten in den meisten Ländern Ost/Südosteuropas für 2011 erwartet wird", sagte Ittner heute. Ein Teil habe den Peak schon 2010 hinter sich, ein anderer wird ihn erst 2012 hinter sich lassen.
Was die OeNB besonders aufmerksam verfolgt: Ein Drittel des österreichischen Banken-Exposures in Ost- und Südosteuropa entfalle auf Geschäfte in Ländern mit "erhöhtem Risikoprofil". Welche Länder ihm dabei am meisten Kopfzerbrechen machten, sagte Ittner am Mittwoch im Klub der Wirtschaftspublizisten zwar nicht direkt. Er umschrieb sie als jene Länder, in deren Namen "viel 'u' vorkommt".
Eine weitere potenzielle Verwundbarkeit der Banken sind die Fremdwährungskredite in der Region. 50 Prozent der vergebenen Kredite in Osteuropa lauteten auf Fremdwährung, davon seien 60 Prozent in Euro.
Nach der Krise hätten die Banken in der Region auf "nachhaltigere" Wachstumsmodelle in einigen Staaten zu achten, empfiehlt der Notenbanker der österreichischen Branche generell.
Im Streit um eine Griechenland-Umschuldung vertraut Ittner auf die EU-Gremien, die dies bisher verhindern wollen. Das Griechenland-Exposure der Banken in österreichischem Besitz hätte aber keine Größenordnung, die die Branche besonders treffe. Von den Ausleihungen nach Hellas von 2,4 Mrd. Euro entfielen 1,8 Mrd. Euro auf Staatspapiere .













