Krisenjahr ließ voestalpine-Gewinne dahinschmelzen
Der börsenotierte Stahlkonzern voestalpine hat 2009/10 das "schwierigste Geschäftsjahr seit dem Zweiten Weltkrieg" mit deutlichen Gewinneinbußen gegenüber dem Jahr davor abgeschlossen - und das, obwohl der Konzern massiv auf die Kostenbremse gestiegen ist.

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Infolge der Wirtschaftskrise verringerte sich der Jahresüberschuss um rund 70 Prozent auf 186,8 Millionen Euro. Unter Berücksichtigung von Minderheitsanteilen und Hybridkapitalzinsen gab der Nettogewinn gegenüber dem Jahr davor von 529,84 auf 108,41 Millionen Euro wesentlich deutlicher nach. Der Umsatz verringerte sich um 27,1 Prozent auf 8,55 Milliarden Euro. "Im internationalen Umfeld haben wir uns gut geschlagen - wir sind in allen Ergebnisbereichen deutlich positiv", betonte Konzerchef Wolfgang Eder heute, Dienstag, bei der Pressekonferenz.
Vorsichtiger Optimismus
Für das laufende Jahr ist der Konzernchef vorsichtig optimistisch, er erwartet einen weiteren Schritt in Richtung Erholung. "Wir sehen durchaus eine Fortsetzung des weltweiten Aufwärtstrends - trotz der Euro-Entwicklung und der Staatsverschuldung in Europa", so Eder. Die Schwellenländer in Asien und Südamerika sollten 2010 die Treiber dieses Wachstums bleiben. Die zweite Jahreshälfte sei noch schwer abzusehen, doch die erste gebe Anlass zu Zuversicht. "Wir sehen grosso modo eine positive Entwicklung über die nächsten 24 Monate".
Die Aufwärtsentwicklung war bereits in den vergangenen Monaten spürbar. Im vierten Quartal 2009/10 etwa verfünffachte sich der operative Gewinn der Voest auf 176,8 Mio. Euro, die EBIT-Marge lag wieder bei 8 Prozent. "Wir sind in die tiefsten Täler gestürzt, aber der Wiederaufstieg ist auch wieder gelungen", so Eder. Im Gesamtjahr ging das EBIT krisenbedingt noch um 64,4 Prozent auf 352 Millionen Euro zurück. Die EBIT-Marge halbierte sich von 8,4 auf 4,1 Prozent.
Das Ergebnis je Aktie verschlechterte sich von 3,26 auf 0,65 Euro. Für das abgelaufene Geschäftsjahr will die voestalpine die Dividende gegenüber dem Jahr davor von 1,05 auf 0,50 Euro kürzen, da sie nicht aus den Reserven, sondern aus dem Jahresgewinn bezahlt werde. "Wir wollen mit der Ausschüttung nicht an die Substanz gehen", erklärte der Konzernchef. Die Dividendenrendite liegt bei 2,2 Prozent.
Kurzarbeit und Kostenbremse
Der Konzern stieg 2009/10 massiv auf die Kostenbremse - der Personalstand wurde um 6 Prozent auf 39.406 Arbeitnehmer (ohne Lehrlinge) gekürzt, seit Beginn der Krise im September 2008 wurden somit insgesamt 12 Prozent der Belegschaft eingespart. Die Kurzarbeit, die im Juni 2009 mit fast einem Drittel der Konzernbelegschaft ihren Höchststand erreicht hatte, ist mittlerweile nahezu zur Gänze wieder ausgelaufen. In Österreich arbeitet laut Eder niemand mehr kurz. Das Management denkt nun wieder an eine Aufstockung der Mitarbeiterzahl - allerdings überwiegend Leiharbeiter.
Die Nettoverschuldung wurde um mehr als 700 Millionen Euro auf 3,037 Milliarden Euro gedrückt.
Features
Sparpläne
Bis 2012/13 will der Konzern 600 Millionen Euro einsparen - den größten Einzelbrocken von mindestens 350 Millionen Euro in der Division Stahl, 150 Millionen Euro in der Edelstahlsparte.













