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Zuletzt aktualisiert: 29.12.2009 um 22:25 UhrKommentare

Champagner erstmals unter zehn Euro

Gute Nachrichten zu Silvester, der Zeit des Schaumweins: Wirtschaftskrise produziert Überangebot bei hochwertigem Champagner. Auch in Österreich purzeln die Preise.

Foto © Reuters

Trotz oder gerade wegen der Wirtschaftskrise werden die Österreicher zu Silvester öfter die Champagner-Korken knallen lassen. Rechtzeitig vor Neujahr ist das Luxus-Getränk so preisgünstig wie noch nie. Bisher musste man für den Schaumwein aus Frankreich ziemlich tief in die Tasche greifen, doch die Wirtschaftskrise hat die Champagnerlaune weltweit getrübt. In Frankreich liefern sich die großen Supermärkte eine regelrechte Preisschlacht. Im Straßburger Großmarkt Leclerc lockt ein Preisschild "Champagner zu Sonderpreisen". Auf vielen Flaschen verkünden bunte Aufkleber Preisnachlässe von bis zu 30 Prozent. Und die Konsumenten greifen bereitwillig zu.

Die Wirtschaftskrise hat die Exporte auf einigen Märkten bis zu 60 Prozent einbrechen lassen. Vor allem in Amerika, Großbritannien und Russland wird weniger oft mit Champagner angestoßen. Weil sich riesige Vorräte bei den Erzeugern angesammelt haben, haben prestigeträchtige Champagner-Häuser Zweitmarken geschaffen, die sie zu Schleuderpreisen auf den Markt werfen. Ein schlauer Trick: Damit werden die Bilanzen aufgebessert und die Nobelmarke nicht beschädigt. In No-Name-Champagnerflaschen kann sich also durchaus ein edler Tropfen verbergen.

Preisrutsch im Handel

In den Wochen vor Weihnachten und Silvester macht die Spar-Gruppe ein Viertel ihres Gesamtumsatzes mit Schaumweinen. Spar-Pressesprecherin Nicole Berkmann bestätigt den Preisrutsch im Champagnerglas: "Um diese Zeit haben wir immer gute Angebote, aber heuer gibt es erstmals hochwertige Champagner-Sorten zu sensationellen Preisen." So kostet eine Flasche Dom Perignon bei Interspar statt 124,99 Euro nur noch 99,99 Euro, der Moet Chandon ist um 29,99 statt um 34,99 Euro zu haben. Günstigster Perlwein im Angebot ist der Marquis de Moncler um 11,99 Euro statt um 14,99 Euro. Bei Billa, Merkur und Penny setzt man vor allem auf heimische Marken, wie zum Beispiel Schlumberger Golden Dry. "Wir sind mit dem Segment Prosecco, Sekt und Champagner generell sehr zufrieden", sagt Corinna Tinkler von Rewe International. Auch sie bestätigt Preissenkungen beim Schampus. So gibt es bei Penny erstmals einen Champagner unter zehn Euro.

"Ich habe noch nie so einen Ansturm auf Champagner aller Preisklassen bemerkt", bestätigt Ferdinand Serschen vom Alpe Adria Weindepot prickelnde Umsätze im Schaumweinsegment. Kunden würden auch gerne zu Flaschen jenseits der 100-Euro-Grenze greifen.

ELISABETH TSCHERNITZ-BERGER

Erfolgsmodell

Keine Auswirkungen der Wirtschaftskrise sieht der heimische börsennotierte Sekthersteller Schlumberger in seiner Bilanz. Im dritten Quartal konnte er den Inlandsumsatz im Jahresvergleich um 25 Prozent steigern.

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Reuters/KK (Montage)

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