Abu Dhabi rettet Dubai und die Börsenwelt
Dringend benötigte Hilfe für das einstige "Paradies des Geldes": Das Golfemirat Abu Dhabi greift seinem von hohen Schulden geplagten Nachbarn Dubai mit 10 Mrd. US-Dollar unter die Arme.

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In Dubai hatte man sich das ursprünglich ganz anders vorgestellt. Unter all den gigantomanischen Projekten, die in den vergangenen Jahren im Emirat für Furore gesorgt haben, sticht er noch einmal heraus: der Burj Dubai, das mit 818 Metern höchste Gebäude der Welt. Wiederholt musste die Eröffnung verschoben werden. Am 4. Jänner 2010 ist es nun aber soweit. Der Zeitpunkt ist heikel. Dubai musste dieser Tage in einer dramatischen Aktion vom großen Nachbarn Abu Dhabi mit zehn Milliarden US-Dollar (6,78 Milliarden Euro) vorm totalen Absturz gerettet werden. Die Erleichterung an den Börsen ließ sich an den weltweiten Kurssprüngen ablesen.
Mit der Kapitalspritze werden "einige der demnächst fälligen Verpflichtungen von Dubai World erfüllt", so die Regierung in Dubai. Und das im letzten Abdruck. Denn eine islamische Anleihe des staatlichen Bauunternehmens Nakheel über 4,1 Milliarden Dollar wurde gestern fällig. Die helfende Hand wurde daher in letzter Minute gereicht. Hätte Dubai den Verpflichtungen nicht nachkommen können, wäre es wohl, so die Einschätzung von Experten, zu einem Börsenbeben gekommen.
Zahlungsaufschub
Dubai World hatte Ende November um einen sechsmonatigen Zahlungsaufschub für insgesamt 26 Milliarden Dollar Schulden gebeten und damit an den Märkten weltweit Furcht vor einer zweiten Welle der Finanzkrise ausgelöst. Schließlich zählen große europäische Bankhäuser - vor allem aus Großbritannien - zu den größten Gläubigern des Staatsfonds Dubai World. Zu diesem Fonds zählt die besonders angeschlagene Immobilientochter Nakheel, die vor der Küste von Dubai eine künstliche Insel in Form einer Palme gebaut hatte.
Abu Dhabi ist das größte Mitglied der Vereinigten Arabischen Emirate und ein wichtiger Ölexporteur. Die Probleme Dubais haben zu einem Imageverlust der Emirate gesorgt. Vor diesem Hintergrund ist auch die Hilfe aus Abu Dhabi zu verstehen. Das Rettungspaket von Abu Dhabi stehe unter der Vorgabe, dass es Dubai World gelinge, seine Gläubiger stillzuhalten, heißt es etwa im "Handelsblatt".
Vom Tisch sind die Zahlungsschwierigkeiten von Dubai damit aber nicht. Sie verschaffen Zeit. Insgesamt belaufen sich die Schulden von Dubai World auf gut 26 Milliarden Dollar, hinzu kommen Verbindlichkeiten von anderen Staatsfonds. Auch eine Erholung des kriselnden Immobiliensektors ist nicht in Sicht. "Dubai wurde innerhalb eines Jahres vom Grundstücksmarkt mit der besten Performance zu dem mit der schlechtesten auf der Welt", so die "International Herald Tribune".
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Nach Angaben der "Financial Times" hat Dubai World 22 Milliarden Dollar (14,6 Mrd. Euro) Schulden, bei einer Gesamtverschuldung Dubais von 80 Milliarden Dollar. Eine in der Printausgabe veröffentlichte Grafik, die Dubai World 59 Milliarden Dollar Schulden zuweist, wurde in der Online-Ausgabe inzwischen korrigiert. Seit einem Jahr seien die 22 Milliarden Dollar an Schulden bekannt, so die "FT".














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