Hypo: Oberster Bankenchef glaubt an eine Rettung
Laut oberstem Bankenvertreter Österreichs, Walter Rothensteiner, gebe es potente Hypo-Eigentümer und das Bankenpaket. Vorübergehende Verstaatlichung in Kauf nehmen.

Foto © APA/ Barbara Gindl
Der oberste Bankenvertreter Österreichs, Walter Rothensteiner, ist davon überzeugt, dass die Kärntner Hypo Group Alpe Adria gerettet wird. Eine konzertierte Aktion der Großbanken am Markt wie voriges Jahr bei der kleinen Constantia Privatbank schließt der Bundeskreditspartenobmann und RZB-Genraldirektor aus. Auch Raiffeisen ist nicht an der Hypo Alpe Adria interessiert, würde sich damit in Kroatien und Serbien ein zu großes Obligo (Klumpenrisiko) aufhalsen.
"Es gibt durchaus potente Eigentümer bei der Hypo und es gibt das staatliche Bankenpaket", sagte Rothensteiner am Donnerstagabend bei einer Pressekonferenz zur Neunmonatsbilanz. "Da wird man dazwischen eine Lösung finden". Voraussichtlich wieder in einer "längeren nächtlichen Veranstaltung".
Zur gestern von Finanzmarktaufsicht und Notenbank ventilierten Möglichkeit, Banken in Österreich via Gesetzesreform irgendwann einmal geordnet "abzuwickeln", also Pleite gehen zu lassen, sagte Rothensteiner in dem Pressegespräch lieber nichts. "Von mir als Spartensprecher werden Sie so was nie hören".
"Man kann eine vorübergehende Verstaatlichung auch in Kauf nehmen", sagte Rothensteiner. Siehe Kommunalkredit. "Das ist immer noch besser als eine Bankinsolvenz, die Wellen schlägt." Ob eine Bank um jeden Preis vom Staat aufgefangen und am Leben erhalten werden muss? Rothensteiner will das "von Fall zu Fall" bewertet wissen. Vor allem seien die Folgen für die Volkswirtschaft, die Kosten der Republik und die "Einstellung der Sparer" zu untersuchen. "Um jeden Preis nicht", räumte Rothensteiner ein. Kunden dürften aber nicht zu Schaden kommen.
Mit welchen staatlichen Mitteln der Hypo geholfen werden könnte, dazu äußerte sich Rothensteiner nicht. Er äußerte aber Verständnis, wenn der Finanzminister für sein Geld Zinsen haben wolle bzw. auf Rückzahlung besteht.
Features
Zum Thema
Hintergrund
Poker um Hypo-Rettung
- Kapitalbedarf von zwei Milliarden?
- Bank liefert Pröll Strategiepapier
- Bayern bringen sich in Stellung
- Bayern-Minister ruft Pröll an
- Nowotny: Keine "kollegialen" Prüfungen durch OeNB
- Österreichtochter der Hypo hat Rekapitalisierung an Konzern delegiert
- Bayern bangen um Milliarden
- Schieder: Würden nun anders urteilen als 2008
Milliarden-Poker
Die Hypo Group Alpe Adria hat nach massiven Wertbe-richtigungen in Osteuropa einen Kapitalbedarf von rund 1,5 Milliarden Euro. Jüngste Meldungen berichten sogar von angeblich 1,8 Milliarden, die bis zur Hauptversammlung am 10. Dezember aufgebracht werden müssen, damit die Bank überleben kann.
Die Eigentümer, die zahlen sollen, sind die BayernLB (67,1 Prozent), die Grawe (20,5 Prozent) und das Land Kärnten (12,4 Prozent). Bayern und Kärnten verlangen neue Staatshilfe vom Finanz-minister aus dem Bankenpaket.
Klagen sollen die Verantwortung für das Debakel klären: Die Kärntner SPÖ will, dass die Landesholding die Ex-Hypo-Manager Wolfgang Kulterer, Günther Striedinger und Thomas Morgl auf Schadenersatz klagt. Die Kärntner Landesregierung wiederum erwägt angeblich Amtshaftungsklagen gegen die Aufsichtsorgane des Bundes.


















