Wirtschaftskrise verdrängt Frauen vom Arbeitsmarkt
Derzeit gibt es 105.000 arbeitslose Frauen in Österreich - rechnet man die Schulungsbesucherinnen dazu, sind es 139.000.
"Wir müssen darauf schauen, dass Frauen in konjunkturschwachen Zeiten nicht zur Reservearmee am Arbeitsmarkt werden", mahnte Frauenstadträtin Sandra Frauenberger (S) bei der Abschlussveranstaltung der Zukunftskonferenz 2009 von WOMEN fit for business - Gesellschaft zur Förderung der Frauen in der Wirtschaft.
Beim Arbeitsmarktservice (AMS) seien aber nur etwas mehr als 29.000 offene Stellen gemeldet. Die Wirtschaftskrise habe die Arbeitslosigkeit bei den Frauen dramatisch ansteigen lassen, bestätigte die Geschäftsführerin von WOMEN fit for business, Eva Maria Artner.
Ein Drittel der weiblichen Arbeitnehmerinnen arbeite Teilzeit, bei den Männern seien es nur 4 Prozent, sagte Artner. Somit seien viele Frauen trotz Erwerbstätigkeit vom Partner oder vom Staat abhängig - das ziehe sich bis hin zur Pension. Gerade in Krisenzeiten würden Frauen verstärkt in ihre traditionelle Rolle, zurück an den Herd, gedrängt. Stadträtin Frauenberger setzt auf Bildung: "Je stärker du qualifiziert bist, desto geringer ist die Gefahr von Arbeitslosigkeit."
Immer mehr Selbstständige
Mittlerweile sind ein Drittel aller Selbstständigen Frauen, 1997 waren es erst 27 Prozent. Den Weg ins Kleinunternehmertum wählte aber ein beträchtlicher Anteil aus einer Notsituation heraus. "Fast 30 Prozent gründeten ihr Unternehmen unserer Umfrage zufolge aufgrund einer Zwangslage wie Kündigung oder Arbeitslosigkeit", gab die Obfrau von WOMEN fit for business, Christa Ornest, zu bedenken.
In der Berufswelt sind Frauen noch stark benachteiligt. In den Führungsetagen sei das weibliche Geschlecht kaum vertreten - nur 4,8 Prozent der Top-Jobs in Österreich würden von Frauen besetzt. Nur knapp 9 Prozent der österreichischen Aufsichtsratsmitglieder sind weiblich. Generell verdienen Frauen hierzulande im Durchschnitt um 25,5 Prozent weniger als Männer - "das ist der zweitschlechteste Wert in der EU", betonte Frauenberger. Die gläsernen Decken würden immer noch schwer oder gar nicht durchbrochen.
In Wien seien 48 Prozent der Beschäftigten weiblich, bei den Führungspositionen der Stadt Wien gebe es eine Frauenquote von derzeit 31 Prozent, letztlich verpflichtend seien 50 Prozent. "1997 hatten wir noch keine Quote - da hatten wir gerade einmal 5 Prozent", berichtete die Frauenstadträtin. Für eine fairere Behandlung von Frauen am Arbeitsmarkt brauche die Politik auch die Unterstützung der Unternehmen.













