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    Zuletzt aktualisiert: 20.08.2009 um 19:48 UhrKommentare

    Die Auferstehung der Banken

    Nicht einmal ein Jahr nach dem Fast-Kollaps des Finanzsystems schreiben einige Banken wieder Milliardengewinne. Warum die Krise ausgerechnet ihre Verursacher hochleben lässt und Experten dennoch weitere Bankenhilfe fordern.

    Foto © Reuters

    Idyllisch waren sie, die Bilder, die Banker mitten in ihrer schwersten Krise gezeichnet haben. Das Bankgeschäft der Zukunft müsse wieder so aussehen wie in früher Vergangenheit, tönte es durch die Bank in devoter Manier. Man werde sich - gestärkt mit Milliarden vom Staat - wieder aufs "Groscherlg'schäft" konzentrieren: Kredite für Unternehmen, damit die Wirtschaft wieder in Schwung komme; Sparbücher für die kleinen Leute; und ja die Finger weg von bösen Investment-Geschäften, die das weltweite System nahe an den Kollaps getrieben hatten.

    Jetzt liegen mit den ersten Halbjahresbilanzen (siehe rechts) die ersten Zahlen auf dem Tisch - und manch einer mag sich beim ersten Anblick dieser Milliardengewinne über selbigen Tisch gezogen fühlen. Denn egal ob Großkaliber wie Goldman Sachs und Deutsche Bank oder heimische Größen wie Erste Bank und Bank Austria: Allesamt haben das große Geld wieder mit der Investment-Abteilung gemacht. Und das nicht nur, weil die Börsenkurse seit März wieder meist um mehr als ein Drittel gestiegen sind. "Die Banken verdienen mit den Folgen der Krise", erklärt Franz Hahn, Finanzexperte beim Wirtschaftsforschungsinstitut. Und zwar nicht, weil sie aus der Krise nichts gelernt hätten und böswillig seien. Sondern einfach deshalb, weil es der Geldkreislauf, die globale Wirtschaftskurbel, erfordert.

    Da wären zum Beispiel die Staaten, die sich hoch verschuldet haben, um das Finanzsystem nicht kollabieren zu lassen. "Das Geld dafür holten sie sich zu einem großen Teil über Anleihen", so Hahn. Die Ausgabe dieser Anleihen an Investoren wiederum erfolge über Banken - und die schneiden dabei ordentlich Provisionen mit. Aber auch die Unternehmen selbst haben sich Geld über Anleihen besorgt. Manche seien sogar dazu gezwungen gewesen, sagt Hahn. Weil sie wegen des stockenden Geldkreislaufs schwer an Kredite gekommen sind.

    Hoch gelobtes Sorgenkind

    Ist also wieder alles beim Alten? "Mitnichten", warnt der Finanzmarktforscher Hahn. "Es ist bei weitem nicht alles paletti, man darf sich vom Schein der hohen Zwischengewinne nicht täuschen lassen." Denn ausgerechnet das vor Monaten noch so hoch gelobte Geschäft mit den Krediten ist jetzt das große Sorgenkind, das die Folgen der Krise ausbaden muss. Auch Raiffeisen, Erste Bank und Bank Austria mussten in diesem Bereich milliardenschwere Risikoabschreibungen vornehmen, weil es in Folge der Krise zu Firmenpleiten und damit Kreditausfällen bei Unternehmen und Privaten kommen könnte.

    Der deutsche Bundesbank-Chef Axel Weber, aber auch viele Volkswirtschafts-Professoren, befürchten daher sogar eine zweite Bankenkrise, die jetzt das Basisgeschäft treffen würde. Auch Hahn gibt in Bezug auf Österreichs Banken zu Bedenken: "Bei den Kreditausfällen ist noch nicht alles gegessen."

    Zweites Bankenpaket

    Hahn fordert daher - so paradox es aufgrund der Bankengewinne klingen mag - eine zweites Bankenpaket. "Ich weiß, die Optik ist ein Problem." Aber aus seiner Sicht wäre es jetzt äußerst sinnvoll, wenn die Banken mit Geld vom Staat (Partizipationskapital, das später zurückgezahlt wird) ihre Eigenkapitaldecke stärken würden. "Da geht es nicht um Rettung und schon gar nicht darum, zockenden Bankern Spielgeld zu geben", so Hahn.

    Kreditklemme

    Vielmehr sei das der einzige Weg, um eine drohende Kreditklemme zu verhindern. Wenn nämlich zahlreiche Kredite ausfallen würden, sinke automatisch das Eigenkapital der Banken, womit die Kreditvergabe erst so richtig ins Stocken geraten könnte. "Eine Eigenkapitalklemme führt automatisch zur Kreditklemme", so Hahn. Umso wichtiger sei es, dass auch Österreichs Banken mit ihren Halbjahresgewinnen nicht am Finanzmarkt zocken gehen, sondern ihr Eigenkapital damit aufbessern.

    ULRICH DUNST, MANFRED NEUPER

    Fakten

    Investmentbanken sind im Nahbereich der Finanzmärkte tätig, u.a. Wertpapierhandel, Börsengänge, Vermögensverwaltung.

    Sehr gut verdient haben sie heuer mit der Ausgabe von Staats- und Unternehmensanleihen. Im ersten Halbjahr war das Volumen der neu aufgelegten Anleihen das Doppelte vom Gesamtjahr 2008.

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