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    Zuletzt aktualisiert: 09.08.2009 um 05:00 UhrKommentare

    Arbeitnehmer im Griff der Krise

    Im Windschatte der Krise werden Arbeitskräfte abgebaut, den Verbliebenen bläst dafür ein rauer Sturm entgegen. Immer mehr Betroffene suchen nun Hilfe bei der AK.

    Foto © © diego cervo - Fotolia.com

    Es ist eine irrsinnige Angst um den Arbeitsplatz zu spüren; aber auch eine allgemeine Zukunftsangst, eine schlechte, fatalistische Stimmung", berichtet Wolfgang Bacher, der stellvertretende Leiter der AK-Rechtsabteilung in Kärnten, von seinen Beratungsgesprächen. Statt des sonst üblichen Sommerlochs stehen heuer die Hilfesuchenden Schlange. Wunder ist es keines, dass den Arbeitnehmern die Nerven flattern. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Die Arbeitslosigkeit ist gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel auf 232.387 in die Höhe geschnellt. Inklusive Schulungen sind fast 300.000 Österreicher ohne Job. Auch die Kurzarbeit nimmt weiter zu. Fast 54.000 sind betroffen. Und jeder fürchtet, dass er selbst der Nächste sein könnte.

    Während die einen schon auf der Straße stehen, wächst der Druck auf die anderen, die ihren Job noch haben. "Fairness in Zeiten der Krise" verlangte kürzlich die AK-Vollversammlung von der Wirtschaft, weil den arbeitenden Menschen "immer mehr und mehr abverlangt wird".

    Dass der Druck durch die Krise steigt, bestätigen auch die Arbeitgeber: "Die Betriebe müssen sich jetzt nach der Decke strecken. Natürlich muss auch von den Arbeitnehmern ein Beitrag verlangt werden. Niemand kann erwarten, dass es so weitergeht, wie in der Hochkonjunktur", sagt Christoph Leitl, der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, der aber betont, dass "99 Prozent unserer Betriebe anständige und faire Partner sind".

    Dramatische Zunahme

    Trotzdem verzeichnen die Juristen der Arbeiterkammer "eine Steigerung der Anfragen um 30 Prozent seit Herbst 2008", wie Wolfgang Nagelschmied, Leiter der Rechtsabteilung bei der steirischen AK, feststellt. "Die Auswirkungen sind deutlich zu spüren. Wir haben mehr Leute, die von Mobbing- und Bossing betroffenen sind, die Zahl der Burn-outs hat zugenommen; die Anzahl der Verfahren vor dem Arbeits- und Sozialgericht steigt", berichtet Nagelschmied, der aber auch Verständnis für die Arbeitgeberseite hat: "In Zeiten der Hochkonjunktur schleppt man Problemfälle leichter mit." Die schwächsten Glieder der Kette treffe es zuerst. "Die Jungen, Gesunden, Billigen behalten wir; die teuren Alten wollen wir loswerden", sei vielfach das Motto.

    Dabei sind Krisenzeiten auch schlechte Zeiten für die Helfer. "Eine Kündigungsanfechtung wegen Sozialwidrigkeit ist für uns jetzt schwerer durchzubringen. Die Firma argumentiert mit der Krise und hat damit bei Gericht oft die besseren Karten", erklärt Nagelschmied.

    Weniger Geld

    Die zweite Schiene sind "Strategien zur Reduzierung von Lohn- und Lohnnebenkosten". Das heißt weniger Geld und kürzere Arbeitszeit. "Wenn der Arbeitnehmer einverstanden ist, sollte er nur befristet zustimmen", rät Nagelschmied. Eine Zunahme der Auflösung von Dienstverhältnissen im Krankenstand oder nach Arbeitsunfällen, die Kündigung älterer Dienstnehmer, vorenthaltene Überstundenzahlungen oder die Nichtabgeltung offener Urlaubsansprüche, sind weitere Grauslichkeiten, welche die AK feststellen muss.

    "Es mag Einzelfälle geben, denen muss nachgegangen werden. eine pauschale Verunglimpfung lehne ich aber ab", kontert Leitl. "Die Leute gehen vermehrt krank arbeiten, damit sie den Job nicht verlieren. Dieser Trend hat sich Ende 2008 abgezeichnet und hält weiter an", stellt Wolfgang Nagelschmied fest. Ein weiteres Zeichen dafür, dass der Druck auf die Arbeitnehmer zunimmt und die Angst umgeht im Land.


    Nie ohne Beratung

    Ein Ratschlag, der bei Verträgen immer gilt, ist in Zeiten wie diesen noch strikter zu beherzigen: Unterschreiben Sie nie etwas, ohne sich vorher an kompetenter Stelle zu informieren. Tritt der Arbeitgeber mit einem Änderungswunsch an Sie heran, lassen Sie den Vertrag vorher unbedingt von den Juristen der AK prüfen.

    Ein fixes Datum

    Bei Aussetzungsverträgen, in denen ein befristetes Ausscheiden aus der Firma vereinbart wird, sind zwei Punkte zu beachten: Ein fixes Wiedereinstellungsdatum sollte festgelegt werden und es muss schriftlich festgehalten werden, dass die Ansprüche, die bisher erworben wurden, später nicht verloren gehen.

    Goldener Handschlag

    Ob man einen "Golden Handshake" annehmen soll oder nicht, lässt sich nur individuell beantworten. Findet man schnell wieder Arbeit, hat sich die hohe Abfertigung gelohnt. Lässt der Wirtschaftsaufschwung aber auf sich warten und man steht länger auf der Straße, ist das ganze Geld schnell wieder verbraucht.

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