Pröll blitzt auch in Kroatien mit Banken- und Wirtschaftspaket ab
Insgesamt haben die österreichischen Banken in Osteuropa Kredite im Volumen von 230 Mrd. Euro offen.

Foto © APASchwere Zeiten für Finanzminister
Der kroatische Bankensektor habe die Finanzkrise bisher "sehr gut" überstanden, "vielleicht am besten von allen Transformationsländern", sagte der kroatische Finanzminister Ivan Suker am Mittwoch nach einem Gespräch mit dem österreichischen Finanzminister Josef Pröll (ÖVP). Auch brauche sein Land sicher keine Stützungsgelder des Internationalen Währungsfonds (IWF). Kroatien könne seinen Verpflichtungen "ohne größere Probleme" alleine nachkommen. Damit gab es wieder kein großes Interesse an Stützungsmaßnahmen, die von Österreich forciert werden. Der österreichische Vorschlag nach einem Hilfspaket für Osteuropa wurde bereits am Dienstag in Brüssel nicht einmal diskutiert.
Stützungsmaßnahmen. Finanzminister Josef Pröll ist derzeit in Kroatien, der Ukraine, Rumänien und Bulgarien unterwegs, um für Maßnahmen zur Stützung des Bankensektors und zur Stabilisierung der Wirtschaft insgesamt zu werben. Einerseits will die österreichische Regierung über IWF und EU internationale Hilfe koordinieren, andererseits sollen die nationalen Regierungen einen Schutzschirm spannen. Vor allem müssten die Staaten den Interbanken-Markt am Laufen halten und für genug Liquidität in nationaler Währung sorgen, meint man im heimischen Finanzministerium.
Wenig internationaler Wiederhall. Insgesamt haben die österreichischen Banken in Osteuropa Kredite im Volumen von 230 Mrd. Euro offen. Obwohl Politik und Banken laufend beteuern, es gebe keine kritische Situation in den Ländern der Region, setzt sich die heimische Politik massiv für Stützungsmaßnahmen ein - vorerst mit wenig internationalem Widerhall. Die osteuropäischen Staaten sollen nationale Schutzschirme über die Banken spannen. Eine Allianz der Investorenländer soll im Zusammenspiel mit dem IWF Mittel für diese Länder aufbringen.
"Plattform".
Österreich will "in der europäischen Union mit der Kommission, mit der Präsidentschaft ein Netzwerk, eine Stabilitätspartnerschaft, eine Plattform" errichten, sagte Pröll im ORF-"Morgenjournal". Es gehe nicht nur um die Banken, sondern um die Gesamtwirtschaft. Ein besonderes Problem ist die Abwertung von Währungen, etwa in der Ukraine.
Keine Vorwürfe. Pröll weist von sich, dass "der Hut brennt". Die Situation sei "nicht dramatisch. Sie ist angespannt und in Schwebe". In den nächsten Monaten könne man "die Krise durchtauchen", man wolle sich aber - "wenn es schwieriger wird" - nicht den Vorwurf machen lassen, man habe sich nicht gekümmert.
Was will Pröll?
Die krisengeschüttelten Länder im Osten sollen "nationale Banken-
schutzschirme" aufspannen, damit Österreichs Banken nicht gefährdet werden. Vorerst gibt es wenig Widerhall auf die Vorschläge Prölls.















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