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Zuletzt aktualisiert: 23.01.2009 um 15:51 UhrKommentare

Chiphersteller Qimonda ist pleite

Die sinkende Nachfrage nach Computern und Unterhaltungselektronik bringt Chiphersteller in aller Welt in Bedrängnis. Für den Speicherchiphersteller Qimonda war der Druck von Wirtschaftskrise und Kreditknappheit zu groß.

Infineon-Tochter Qimonda muss in Insolvenz

Foto © APAInfineon-Tochter Qimonda muss in Insolvenz

Die Infineon-Tochter ist pleite. Intel-Konkurrent AMD verzeichnete mehr Verlust als Umsatz im vierten Quartal 2008, und Samsung, weltgrößter Produzent von von Flachbildfernsehern, Speicherchips und LCD-Bildschirmen, meldete erstmals in seiner Geschichte einen Quartalsverlust.

Gescheiterte Rettungsversuche. Nach monatelangen Rettungsversuchen meldete Qimonda am Freitag Insolvenz an. Der Qimonda-Vorstand erklärte, er wolle wesentliche Unternehmensteile des Speicherchipherstellers im Rahmen der Insolvenz sanieren. Von der Pleite sind in Deutschland nach Unternehmensangaben rund 4.600 Mitarbeiter betroffen. Am größten Standort Dresden arbeiten rund 3.000 Menschen, in München etwa 1.400.

Preisverfall. Wegen des weltweiten Preisverfalls für Speicherchips geriet das Unternehmen in Schieflage. Dazu habe sich der Zugang zu Krediten dramatisch verschlechtert, erklärte der Konzern.

Infineon rechnet mit Belastungen. Der Qimonda-Mutterkonzern Infineon rechnet mit zusätzlichen Belastungen von mehreren hundert Mio. Euro. Infineon hält derzeit 77,5 Prozent der Qimonda-Aktien. Die Infineon-Aktie brach zeitweise um rund 12 Prozent ein.

Verhandlungen über Staatshilfen. Bis zuletzt wurde über Staatshilfen in Höhe von 325 Mio. Euro verhandelt. Beteiligt waren Sachsen, Bayern, der Bund und Portugal. Qimonda meldete aber kurzfristig einen zusätzlichen Finanzbedarf von 300 Mio. Euro an. Der Konzern machte dafür auch Verzögerungen bei den Verhandlungen verantwortlich.

Standort Dresden. Der sächsische Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) dagegen sieht die Schuld bei dem Unternehmen. Er bedauere sehr, dass das Halbleiterunternehmen nicht in der Lage gewesen sei, einen geschlossenen Finanzierungsplan vorzulegen, sagte Jurk der AP. Das Insolvenzverfahren solle nun genutzt werden, die Speicherchip-Technologie von Qimonda am Standort Dresden zu halten.

AMD. Beim Chiphersteller Advanced Micro Devices (AMD) verringerte sich im letzten Quartal des Jahres 2008 zwar der Verlust um 22,1 Prozent auf 1,4 Mrd. Dollar (1,094 Mrd. Euro), zugleich sackte aber der Umsatz um 33 Prozent auf 1,16 Mrd. Dollar. Das Unternehmen in Sunnyvale in Kalifornien, das auch in Dresden eine Fertigung betreibt, steckt schon seit neun Quartalen in den roten Zahlen. Der Verlust summiert sich auf fast 7 Mrd. Dollar.

Intel. AMD konkurriert mit seinen PC-Mikroprozessoren direkt mit dem Halbleitergiganten Intel. Doch auch Intel hatte vor einer Woche einen massiven Rückschlag bekanntgeben müssen: Der Nettogewinn im vierten Quartal 2008 sackte um 90 Prozent auf 234 Mio. Dollar ab.

Samsung. Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung wies für die letzten drei Monate des vergangenen Jahres einen Verlust von 20 Mrd. Won (11,19 Mio. Euro) aus. Ein Jahr zuvor war noch ein Gewinn von 2,21 Bill. Won erzielt worden. Als Ursachen der Entwicklung nannte der südkoreanische Konzern den Preisverfall bei Schlüsselprodukten und sinkende Verbrauchernachfrage als Folge der globalen Wirtschaftskrise. Allerdings stieg der Umsatz um 5,5 Prozent auf 18,45 Bill. Won.


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