EZB sieht auch für die nächsten Monate trübe Konjunkturaussichten
Keine Entwarnung der Europäischen Zentralbank, aber eine Empfehlung: Staaten sollen nach der Krise zu Haushaltsdisziplin zurückkehren.

Foto © APEZB-Präsident Jean-Claude Trichet
Die Aussichten für die Konjunktur im Euroraum bleiben nach Einschätzung der Europäischen
Zentralbank (EZB) auch für die nächsten Monate trüb. Der EZB-Rat gehe davon aus, "dass die globale Wirtschaftsschwäche und die sehr gedämpfte Binnennachfrage in den kommenden Quartalen anhalten werden", heißt es im Monatsbericht der EZB für Jänner, der am
Donnerstag veröffentlicht wurde.
"Außerordentlich hoch". Die Spannungen an den Finanzmärkten wirkten sich weiterhin auf die Realwirtschaft aus. Wegen der Finanz- und Bankenkrise sei die Unsicherheit nach wie "außerordentlich hoch", bekräftigte die EZB jüngste Äußerungen ihres Präsidenten Jean-Claude Trichet.
Ordnungsruf. Die EZB hat die EU-Staaten erneut aufgefordert, nach Ende der Finanz- und Wirtschaftskrise schnell wieder für ausgeglichene Staatshaushalte und Schuldendisziplin zu sorgen. Die bisher von den Ländern beschlossenen Konjunktur- und Bankenrettungspakete seien eine "erhebliche Belastung für die öffentlichen Finanzen", heißt es im
Monatsbericht.
"Rechtzeitig umkehren". "Wird diese Entwicklung nicht rechtzeitig wieder
umgekehrt, so wird dies insbesondere zulasten der jüngeren Generation sowie künftiger Generationen gehen", warnt die EZB. Um die Glaubwürdigkeit der Wirtschafts- und Finanzpolitik zu erhalten, sei es essenziell sobald wie möglich wieder zu einer nachhaltigen Finanz- und Haushaltspolitik zurückzukehren.
Ausufernd. Sollte das Vertrauen in die Politik nämlich durch zu ausuferndes
Schuldenmachen beeinträchtigt werden, könnten die notwendigen Impulse für die Konjunktur verpuffen. Zudem bekräftigte die EZB, dass die mittelfristigen Inflationsrisiken ausgeglichen und die Konjunkturaussichten weiter sehr unsicher seien.
Im Kampf gegen die Rezession hatten die Währungshüter ihren Leitzins für die Euro-Zone vorige Woche auf 2,0 von 2,5 Prozent gesenkt.













