"Brauchen eine Lösung"
Kreditorenschützer Arno Ruckhofer fordert die Politik zum raschen Handeln auf.
Wenn man es statistisch betrachtet, müssen in Kärnten pro Tag anderthalb Betriebe Konkurs anmelden. Ist das die offensichtlichste Folge der globalen Wirtschaftskrise?
ARNO RUCKHOFER: Das kann man so nicht sagen. In vielen Fällen haben wir es hier auch mit Konkursen zu tun, wo die Verantwortlichen den Betrieb gar nicht weiterführen wollen. Hier gibt es dann auch geringste Quoten für die Gläubiger. Die müssen sich mit einem Bruchteil ihrer Forderungen zufrieden geben.
Die Krise wird also nur als Ausrede genommen?
RUCKHOFER: In einigen Fällen ist es schon so, dass die Betriebe dadurch in die Misere geraten, weil Geschäftspartner ihre Zahlungen nur schleppend leisten und die Firmen so mit ihrer eigenen Liquidität unter Druck geraten. Aber es gibt natürlich auch die anderen Fälle, wo der Antrag auf Einleitung eines Konkursverfahrens nur eine Frage der Zeit war.
Wer stellt in der Regel die Konkursanträge: Die Krankenkasse oder Zulieferer?
RUCKHOFER: In letzter Zeit sehr häufig das Finanzamt. Es ist unglaublich, welche Summen an Steuerschulden da zusammenkommen, die gehen in die hunderttausende Euro.
Kann und soll die Politik da überhaupt rettend einschreiten?
RUCKHOFER: Man muss schon deutlich sagen, dass es nicht Aufgabe des Staates sein kann, jedem maroden Unternehmer Geld in den Rachen zu werfen. Wenn man staatliche Geldhilfen aufstellen will, dann müssen diese effizient und rasch abgewickelt werden. Dass es ohne Lösung nicht geht, leuchtet jedem ein.
Wie könnte eine Lösung aussehen?
RUCKHOFER: Rasche Kredite zur Zwischenfinanzierung von neuen Projekten. Hier sind auch die Banken gefragt. Früher wurden Sanierungskredite rasch vergeben, das ist jetzt zum Erliegen gekommen. Zum Teil aus verständlichen Gründen. Aber wenn Firmen Monate auf's Geld warten müssen und in der Zeit teure Sanierungskonzepte erarbeitet werden, ist das auch keine Lösung.













