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Zuletzt aktualisiert: 16.01.2009 um 15:44 UhrKommentare

IWF warnt vor Ost-Kreditschock der Banken

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt in einem unveröffentlichten Bericht vor einem Flächenbrand in Osteuropa, sollten die Banken wegen des Konjunkturabschwungs zum Rückzug blasen und Gelder abziehen.

OeNB-Chef Ewald Nowotny beruhigt

Foto © APOeNB-Chef Ewald Nowotny beruhigt

"Die wahrscheinliche Folge wäre ein Kreditschock in der gesamten Region", warnt der Währungsfonds laut einem Bericht im heutigen "Standard". OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny spielte die IWF-Sorgen im Ö1-Mittagsjournal herunter: das Risiko in Osteuropa sei "handelbar".

Raiffeisen dementiert. Zur Stabilisierung der Märkte in Osteuropa werde wohl der Transfer staatlicher Bankenhilfsgelder in den Osten notwendig sein, zitierte der "Standard" Analysten. Die Schweizer Großbank UBS rechne damit im Falle von Raiffeisen. Dem widersprach am Freitag der Sprecher von Raiffeisen International (RI). "Diese Aussage ist falsch", sagte Banksprecher Michael Palzer zur APA. Sie finde sich in keiner UBS-Analyse. Zudem dementierte Palzer Marktspekulationen, wonach RI eine Kapitalerhöhung benötige oder plane.

Kettenreaktion. Die Befürchtungen für Osteuropa beschreiben die IWF-Autoren laut Zeitungsbericht so: Sollte sich beispielsweise in Kroatien, wo das Engagement heimischer Banken fünf Prozent des Austro-BIP ausmacht, die Situation verschlechtern, wären die Institute zur Reduktion ihrer Finanzgeschäfte in der gesamten Region gezwungen. Durch die Kettenreaktion wären somit auch Länder betroffen, die an und für sich noch in stabiler Verfassung seien. Das hätte "verheerenden Folgen" - sowohl für den Osten als auch für die Heimatstaaten der Banken. Marktbefürchtungen u.a. wegen Fremdwährungsrisiken gibt es auch wegen der Währungsverluste in Russland, Rumänien, Ukraine und Polen.

Österreich stark betroffen. Österreich sei mit Abstand der größte Kreditgeber in Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion. Den IWF-Zahlen zufolge belaufe sich die Summe der in der Region verliehenen Gelder auf 70 Prozent der heimischen Wirtschaftsleistung (BIP) - demnach haben die Banken Kredite um rund 190 Mrd. Euro in Osteuropa vergeben. Auch in absoluten Zahlen seien heimische Institute die Nummer eins - sie stünden hinter knapp einem Viertel aller Auslandsforderungen in Ost-und Südosteuropa, gefolgt von Deutschland und Italien.

Risiko beherrschabar. Für Nowotny ist das Risiko in Osteuropa beherrschbar. Natürlich sei die Entwicklung in diesen Ländern genau zu beobachten. "Man soll aber die Größenordnungen nicht überschätzen. Das sind alles Größenordnungen, die handelbar sind", so der OeNB-Chef heute im Hörfunkinterview. Natürlich gebe es Länder außerhalb der EU, wie zum Beispiel die Ukraine, dort gebe es ökonomisch schwierige Zeiten. Es sei nicht die gesamte Region, sondern es seien einzelne Staaten in dieser Region, die Schwierigkeiten haben.


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