IWF warnt vor Ost-Kreditschock der Banken
Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt in einem unveröffentlichten Bericht vor einem Flächenbrand in Osteuropa, sollten die Banken wegen des Konjunkturabschwungs zum Rückzug blasen und Gelder abziehen.

Foto © APOeNB-Chef Ewald Nowotny beruhigt
"Die wahrscheinliche Folge wäre ein Kreditschock
in der gesamten Region", warnt der Währungsfonds laut einem Bericht
im heutigen "Standard". OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny spielte die
IWF-Sorgen im Ö1-Mittagsjournal herunter: das Risiko in Osteuropa sei
"handelbar".
Raiffeisen dementiert.
Zur Stabilisierung der Märkte in Osteuropa werde wohl der Transfer
staatlicher Bankenhilfsgelder in den Osten notwendig sein, zitierte
der "Standard" Analysten. Die Schweizer Großbank UBS rechne damit im
Falle von Raiffeisen. Dem widersprach am Freitag der Sprecher von
Raiffeisen International (RI). "Diese Aussage ist falsch", sagte
Banksprecher Michael Palzer zur APA. Sie finde sich in keiner
UBS-Analyse. Zudem dementierte Palzer Marktspekulationen, wonach RI
eine Kapitalerhöhung benötige oder plane.
Kettenreaktion.
Die Befürchtungen für Osteuropa beschreiben die IWF-Autoren laut
Zeitungsbericht so: Sollte sich beispielsweise in Kroatien, wo das
Engagement heimischer Banken fünf Prozent des Austro-BIP ausmacht,
die Situation verschlechtern, wären die Institute zur Reduktion ihrer
Finanzgeschäfte in der gesamten Region gezwungen. Durch die
Kettenreaktion wären somit auch Länder betroffen, die an und für sich
noch in stabiler Verfassung seien. Das hätte "verheerenden Folgen" -
sowohl für den Osten als auch für die Heimatstaaten der Banken.
Marktbefürchtungen u.a. wegen Fremdwährungsrisiken gibt es auch wegen
der Währungsverluste in Russland, Rumänien, Ukraine und Polen.
Österreich stark betroffen.
Österreich sei mit Abstand der größte Kreditgeber in Osteuropa und
der ehemaligen Sowjetunion. Den IWF-Zahlen zufolge belaufe sich die
Summe der in der Region verliehenen Gelder auf 70 Prozent der
heimischen Wirtschaftsleistung (BIP) - demnach haben die Banken
Kredite um rund 190 Mrd. Euro in Osteuropa vergeben. Auch in
absoluten Zahlen seien heimische Institute die Nummer eins - sie
stünden hinter knapp einem Viertel aller Auslandsforderungen in
Ost-und Südosteuropa, gefolgt von Deutschland und Italien.
Risiko beherrschabar.
Für Nowotny ist das Risiko in Osteuropa beherrschbar. Natürlich
sei die Entwicklung in diesen Ländern genau zu beobachten. "Man soll
aber die Größenordnungen nicht überschätzen. Das sind alles
Größenordnungen, die handelbar sind", so der OeNB-Chef heute im
Hörfunkinterview. Natürlich gebe es Länder außerhalb der EU, wie zum
Beispiel die Ukraine, dort gebe es ökonomisch schwierige Zeiten. Es
sei nicht die gesamte Region, sondern es seien einzelne Staaten in
dieser Region, die Schwierigkeiten haben.













