Voest-Chef Eder: Alle müssen Opfer bringen
Kein noch so gut aufgestelltes Unternehmen könne sich der derzeitigen Krise entziehen, meint Voestalpine-Vorstandsvorsitzender Eder. Das bedeute natürlich Opfer für alle Mitarbeiter, vor allem auch für die Manager. Man werde aber möglichst vermeiden, Kündigungen anszusprechen

Foto © APA"Einschneidende Maßnahmen nötig"
Für die voestalpine werde sich die Situation
"jedenfalls bis April oder Mai nicht zum Positiven verändern", sagte
Vorstandsvorsitzender Wolfgang Eder heute, Donnerstag, im
Ö1-Morgenjournal. Es gebe manche Experten, die meinen, dass vor dem
Sommer eine erste Verbesserung eintreten könnte. "Ich möchte das
jetzt nicht aus unserer Sicht kommentieren. Das ist zu früh", so
Eder. Aber falls dieses Szenario zutreffen sollte, dann bräuchte der
Stahlkonzern keine weitere Verlängerung der Kurzarbeit.
Zehn Prozent in Kurzarbeit.
Wie berichtet müssen rund zehn Prozent der 42.000 Mitarbeiter des
voestalpine-Konzerns in den kommenden Monaten auf Kurzarbeit
umsteigen. Zudem werden mindestens 2.000 der rund 4.000 Leiharbeiter
abgebaut. Kurzarbeit sei natürlich ein schmerzlicher Schritt für
einen Konzern, aber "wenn die Wirtschaftswelt in einer Situation ist,
wie wir sie jedenfalls in den letzten Manager-Generationen noch nie
hatten, dann kann sich ein global tätiger Konzern dem nicht
entziehen", betonte Eder.
Gut aufgestelltes Unternehmen.
Der voestalpine-Konzern sei ein gut aufgestelltes Unternehmen.
Wenn die Kunden aber nichts mehr verkaufen können, dann schlage sich
das irgendwann auch auf die voestalpine durch. "Und dem tragen wir
Rechnung", so der voest-Chef. Das bedeute natürlich Opfer für alle
Mitarbeiter. Das ganz Wesentliche dabei sei aber, alles zu tun, um
die Stammbelegschaft durch die Krise zu bringen. Das bedeute
betriebsbedingte, konjunkturbedingte Kündigungen solange als möglich
zu vermeiden bzw. nur im absolut notwendigen Umfang zu tätigen.
Verständnis der Mitarbeiter.
"Uns ist sehr wichtig, dass die Mitarbeiter auch in den
schwierigsten Phasen Arbeit haben. Dass es für jeden einen gewissen
Verzicht bedeutet, ist leider damit zwangsläufig verbunden, aber
soweit wir das nach den Gesprächen der letzten Zeit abschätzen
können, besteht seitens der Mitarbeiter größtes Verständnis für
diesen Schritt", so Eder weiter. Auch mit dem Betriebsrat, nicht nur
in Linz, sondern auch an allen anderen Standorten, gebe es ein sehr
gutes Einvernehmen, man werde das gemeinsam durchtragen. Mehr als für
alle anderen werde auch das das Management Oper erbringen. "Wenn der
Erfolg heuer nicht dem entspricht, was wir in den letzten Jahren
haben, dann spüren wir das mehr als alle anderen - und das ist auch
richtig so. Dazu bekenne ich mich", betonte Eder.
Features
Zum Thema
Papierfabrik in Hallein
Eckdaten
Der voestalpine-Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2007/08 (per
Ende März) einen Umsatz von über zenn Milliarden Euro und beschäftigt
weltweit über 42.000 Mitarbeiter, davon mehr als die Hälfte außerhalb
Österreichs. Die Unter-
nehmensgruppe ist mit 360 Produktions- und
Ver-
triebsgesellschaften in über 60 Ländern der Welt vertreten.
Werksferien
Das voestalpine-Werk in Linz hat zum Jahreswechsel - zum ersten Mal seit Jahren - zwei Wochen Werksferien gemacht. Damit wollte man die Produktion um 150.000 Tonnen Stahl drosseln. Über eine mögliche weitere Woche im Februar, die zusätzlich 100.000 Tonnen bringen würde, soll im Jänner entschieden werden.













