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Zuletzt aktualisiert: 02.01.2009 um 08:28 UhrKommentare

Gegenwind für Airbus und Boeing

Nach einem erneut sehr guten Jahr 2008 mit insgesamt mehr als 1.400 Bestellungen weht den Flugzeugherstellern Airbus und Boeing ein eisiger Wind ins Gesicht.

Foto © AP

China hat die staatlichen Fluggesellschaften angewiesen, Bestellungen von Passagierjets mit Auslieferungstermin 2009 zu stornieren oder zu verschieben. Allein Airbus hat insgesamt 430 Orders aus China in den Büchern stehen.

Krise deutlich spürbar. Air France kündigte im November an, Optionen auf den Kauf von Boeing-Langstreckenjets des Typs 777 nicht auszuüben und länger als geplant mit älteren 747 zu fliegen. Bei allen Unternehmen wird in der Krise jeder Euro zweimal umgedreht. Festbestellungen seien "nicht in Beton gegossen", sagt der Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Die Fluggesellschaften könnten sich mit Vertragsstrafen herauskaufen, wobei ohnehin unklar sei, ob die Hersteller solche Zahlungen bei guten Kunden durchsetzen könnten oder wollten.

Airbus überholt Boeing. Die Amerikaner lieferten bis Ende November 334 Maschinen aus - ein langer Streik verhinderte ein besseres Ergebnis. Bei Airbus rollten in Toulouse und Hamburg 437 Jets aus den Werkshallen. Bis zum Jahresende sollen es 470 werden - so viel wie noch nie in der Geschichte des europäischen Flugzeugbauers. Es gelang dem Unternehmen gerade noch, wie geplant 12 Exemplare des Großraumjets A380 auszuliefern: Am 30. Dezember übernahm Emirates in Hamburg seinen vierten Super-Jumbo.

Hausgemachte Probleme. Airbus hat aber bereits beschlossen, die Produktion nicht in dem Maß zu steigern wie zunächst geplant. Von den Jets der A320-Familie sollen ab 2009 monatlich 36 Stück zusammengebaut werden, derzeit sind es 34. Die ursprüngliche Planung sah einen Anstieg auf 40 Maschinen vor. Pieper verweist darauf, dass Boeing und die Airbus-Mutter EADS mit hausgemachten Schwierigkeiten zu kämpfen hätten: Der europäische Konzern sei noch nicht richtig restrukturiert und die Amerikaner hätten ebenfalls Probleme mit der Produktentwicklung. Mitte Dezember verschob Boeing den Erstflug seines "Dreamliners" 787 ein weiteres Mal, diesmal auf das zweite Quartal 2009.


Fakten

2008 bescherte dem europäischen Flugzeugbauer und seinem US-Konkurrenten noch einmal gute Zahlen, wenngleich weit entfernt vom Rekordergebnis 2007 mit insgesamt mehr als 2.700 Bestellungen. 2008 dürfte Airbus sowohl bei den Neuaufträgen als auch bei der Produktion wieder die Nase vorn haben.

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Fakten

Die Europäer liegen nach Angaben eines Sprechers "gut im Plan", ihr Ziel von 850 Orders 2008 zu erreichen - und das trotz bisher 122 Stornierungen. Mitte Dezember lagen 760 Nettobestellungen vor, Boeing brachte es auf 661.

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