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Zuletzt aktualisiert: 29.12.2008 um 19:30 UhrKommentare

Pensionskassen brauchen Reformen

Herbe Verluste der Pensionskassen führen 2009 zu Einschnitten bei Zusatzpensionen. Der Ruf nach einer Reform des Systems wird lauter.

Viele Pensionisten verlieren ein Viertel ihrer Zusatzrente.

Foto © APAViele Pensionisten verlieren ein Viertel ihrer Zusatzrente.

Wir stehen vor den Trümmern der zweiten Altersvorsorge-Säule" - mit diesem Notruf ließ Anfang Dezember der Schutzverband der Pensionskassenberechtigten (Pekabe) aufhorchen. Der Grund: Zehntausende Zusatzpensionisten müssen im kommenden Jahr mit Kürzungen ihrer Zusatzpensionen rechnen. Und zwar im Ausmaß bis zu einem Viertel.

Massive Verluste. Die Produkte, in denen die Gelder veranlagt worden waren, büßten im Zuge der Finanzkrise massiv an Wert ein. Nicht nur bei Pekabe werden daher einschneidende Reformen gefordert. Auch aus der Versicherungsbranche ist Kritik zu vernehmen. In der Steiermark prescht nun die Security Kapitalanlage, eine Tochter der Grazer Wechselseitigen, vor. "Es muss sich etwas ändern, wir brauchen Reformen. Das derzeitige System ist zu starr.

Alter nicht berücksichtigt. Bei den Investitionen wird kaum Rücksicht auf das Alter der Kunden genommen", sagt Vorstand Martin Mikulik. Daraus ergebe sich das Problem, dass die verbleibende Veranlagungsdauer in den einzelnen Modellen kaum Berücksichtung finde. "Es ist doch ein Unterschied, ob man mit 25, 35 oder 45 Jahren einsteigt", so Mikulik. Er fordert eine Reform der Zukunftsvorsorge, die ein Modell ermöglicht, das sich stärker am Alter sowie den individuellen Lebensumständen orientiert. Hier sieht er bei der staatlich geförderten Zukunftsvorsorge und bei Firmenpensionen Korrekturbedarf.

Risiko reduzieren. Je näher der Pensionsantritt rückt, desto weniger Risiko sollte bei der Veranlagung genommen werden. "Gerade die aktuelle Krise an den Finanzmärkten zeigt, dass sich das Risikoverhalten durch die hohe Aktienkomponente der einzelnen Veranlagungen nicht mit den Kundenbedürfnissen deckt", so Mikulik. Doch dieser Aktienanteil ist gesetzlich vorgeschrieben.

Zu viele Aktien.
Alter entscheidet. Was wiederum das sachlich richtig Argument, wonach derartige Vorsorgeprodukte als langfristige Investition betrachtet werden müssen, abschwäche. Denn das hänge naturgemäß vom jeweiligen Blickwinkel, sprich Alter, des Betrachters ab. Steht der Pensionsantritt unmittelbar bevor, können Verluste, wie sie aktuell eintreten, nicht mehr geglättet werden.

MANFRED NEUPER

Drei Säulenmodell

Mit der ersten Säule der Vorsorge ist die staatliche Pension gemeint, die zweite Säule steht für die betriebliche Vorsorge, die dritte Säule repräsentiert die private Vorsorge.

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