Die Konjunkturprogramme großer EU-Staaten
Im Folgenden ein Überblick über die Pläne der wirtschaftlich stärksten EU-Länder.

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Deutschland
Die Bundesregierung hat ein Konjunkturpaket von 31
Mrd. Euro geschnürt. Um den Automarkt anzukurbeln, sollen
Neuwagenkäufer ein Jahr von der Kfz-Steuer befreit werden.
Handwerkerrechnungen können in höherem Umfang von der Steuer
abgesetzt werden. Mittel zur Gebäudesanierung werden um drei
Milliarden Euro aufgestockt. Zudem können Unternehmen Investitionen
schneller abschreiben. Zum Ausbau von Wasserwegen, Straßen und
Schienen gibt der Bund 2009 und 2010 jeweils eine Milliarde Euro
zusätzlich aus. Die Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes wird von zwölf
auf 18 Monate verlängert.
Großbritannien
London setzt auf eine zeitweise Senkung der
Mehrwertsteuer, um den Konsum anzukurbeln. Ab Dezember bis Ende
kommenden Jahres sinkt der Satz von 17,5 Prozent auf 15 Prozent.
Ausgenommen sind Alkohol, Tabak und Benzin. Zugleich wird ein
Infrastrukturprogramm zum Bau von Straßen, Schulen und
Sozialwohnungen zwei Jahre vorgezogen. Der britische Konjunkturplan
umfasst insgesamt 20 Mrd. Pfund (rund 24 Mrd. Euro).
Frankreich
Präsident Nicolas Sarkozy stellte am Donnerstag ein 26
Mrd. Euro schweres Konjunkturprogramm vor, das vor allem die Auto-
und Baubranche stützen soll. Schon im Oktober hatte Paris 22 Mrd.
Euro für kleine und mittlere Unternehmen angekündigt, wobei
insbesondere bis 2010 eine Steuerbefreiung für Investitionen
vorgesehen ist. Große Industrieunternehmen will Frankreich durch
einen 20 Mrd. Euro schweren Staatsfonds vor Übernahmen aus dem
Ausland schützen.
Italien
Die Regierung von Silvio Berlusconi stellte ein
Krisenpaket vor, das auf 4 bis 5 Mrd. Euro veranschlagt wird, weniger
als 0,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Das hoch
verschuldete Italien bleibt damit deutlich hinter den Empfehlungen
der EU-Kommission zurück. Das Programm beinhaltet
Steuererleichterungen für Unternehmen sowie Einkaufsschecks und
Nachlässe bei der Stromrechnung für einkommensschwache Familien sowie
mögliche Finanzspritzen für gefährdete Banken.
Spanien
Der spanische Staat will der lahmenden Wirtschaft mit 11
Mrd. Euro auf die Beine helfen. Der Löwenanteil von 8 Mrd. Euro ist
für 300.000 neue Arbeitsplätze im kommenden Jahr gedacht,
insbesondere im Bausektor und im öffentlichen Dienst. 800 Mio. Euro
sind demnach zur Unterstützung der krisengeplagten Autobranche
vorgesehen, 600 Mio. Euro für die Umwelt. Die Gesamtsumme entspricht
etwa 1,5 Prozent des BIP. Weil Spanien nach dem Platzen der
Immobilienblase deutlich schneller als andere EU-Länder von der Krise
getroffen wurde, hatte die sozialistische Regierung schon seit Januar
Maßnahmen in Höhe von mehreren Milliarden Euro beschlossen.













