Österreich auf dem Weg in die Rezession
BIP wuchs im 3. Quartal nur mehr um 0,1 Prozent - Arbeitslosigkeit steigt - Starker Rückgang in der Sachgütererzeugung.

Foto © APAKarl Aigner
Österreich ist auf dem Weg in die Rezession: Das
Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo hat heute, Mittwoch, die
vorläufigen Schätzungen für das 3. Quartal bestätigt. Die Wirtschaft
ist im 3. Quartal 2008 kaum noch gewachsen. Gegenüber dem Vorquartal
legte das heimische BIP nur noch um 0,1 Prozent zu.
Noch keine Rezession.
Die heimische Wirtschaft befinde sich aber im Gegensatz zu
Deutschland noch nicht in einer Rezession. Der Einbruch der
Auftragslage und der Geschäftserwartungen deutet jedoch auf eine
weitere Konjunkturverschlechterung in den kommenden Monaten hin, so
die Wirtschaftsforscher. Diese Einschätzung werde durch die aktuelle
Arbeitsmarktentwicklung gestützt: Die Arbeitslosigkeit stieg im
November leicht, die Zahl der angebotenen Stellen verringerte sich
stark.
Export schwach.
Die internationale Finanzkrise wirke sich nun voll auf die
Realwirtschaft aus. Vom Export ausgehend, greift der
Konjunktureinbruch auf alle anderen Nachfragekomponenten über. Die
exportorientierte Sachgütererzeugung hat im 3. Quartal gegenüber dem
Vorquartal bereits einen deutlichen Rückgang von minus 0,8 Prozent
hinnehmen müssen.
Merklicher Rückgang.
Im Vorjahresvergleich verlangsamte sich das Wirtschaftswachstum
merklich, und zwar von 2,9 Prozent im 1. Quartal auf 1,2 Prozent im
3. Quartal. Ausgangspunkt dieser Entwicklung waren die Exporte: Ihr
Vorjahresabstand verringerte sich von plus 6,7 Prozent im 1. Quartal
auf plus 1,5 Prozent im 3. Quartal. Das spiegle den weltweiten
Konjunkturabschwung wider: In den USA, in Japan und Europa herrsche
bereits Rezession, in Österreich noch nicht.
Auftragslage wird schlechter.
Die Auftragslage und die Geschäftserwartungen der heimischen
Unternehmen verschlechtern sich drastisch, die negative Beurteilung
der Wirtschaftslage breite sich mittlerweile von der
Sachgütererzeugung auf die Dienstleistungen aus, so das Wifo.
Getrübte Stimmung.
Die durch die Finanzkrise getrübte Stimmung drückte im 3. Quartal
die Umsätze im Einzelhandel, und zwar real um minus 0,1 Prozent
gegenüber dem Vorjahr.













