US-Arbeitslosigkeit auf höchsten Stand seit 15 Jahren
Massiver Jobverlust im November: 533.000 Stellen weniger, stärkster Abbau seit 34 Jahren. Arbeitslosenrate stieg von 6,5 auf 6,7 Prozent. Von Autoherstellern droht weiteres Ungemach.

Foto © ReutersAuch Baubranche betroffen.
Die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt hat sich im
November nochmals deutlich verschlechtert. Die Arbeitslosenrate stieg
von 6,5 Prozent im Oktober auf 6,7 Prozent und damit auf den höchsten
Stand seit 15 Jahren. Arbeitgeber strichen in dem Monat insgesamt
533.000 Jobs, was den stärksten Einbruch seit 34 Jahren darstellt,
geht aus den am Freitag publizierten Daten des Arbeitsministeriums in
Washington hervor. Analysten hatten für den November die Streichung
von rund 320.000 Stellen befürchtet.
Rezession in USA.
Die jüngsten Zahlen galten Beobachtern als weiterer Beweis für die
Rezession, in der sich die USA befinden. Insgesamt ist der
US-Arbeitsmarkt in diesem Jahr bereits um 1,91 Millionen
Arbeitsplätze geschrumpft. Und wenn die amerikanischen Autohersteller
Insolvenz anmelden und weite Teile der Industrie in die Krise
rutschen, droht dem Land weiteres Ungemach.
Seit einem Jahr im Abwärtssog.
Lange wollten viele Wirtschaftsexperten nicht wahrhaben, dass das
Land bereits tief in der Rezession steckt. Seit Montag ist das kein
Thema mehr. Nach Angaben des Wirtschaftsforschungsinstituts National
Bureau of Economic Research (NBER) in Washington befindet sich die
US-Wirtschaft bereits seit etwa einem Jahr im Abwärtssog. Experten
rechnen damit, dass die Arbeitslosenquote in den letzten Wochen des
Jahres auf mehr als acht Prozent steigen wird. Das wäre der höchste
Stand seit der Rezession von 1981-82. Damals hatte die Quote 10,8
Prozent erreicht.
Jeder Sektor betroffen.
Die jüngsten Zahlen der Arbeitgeber machen eines deutlich: Die
Beschäftigungskrise erfasst nicht nur die Immobilien- und
Finanzbranchen, sondern nahezu jeden Sektor der US-Wirtschaft. Der
Telekom-Konzern AT&T Inc kündigt 12.000 Mitarbeiter oder vier Prozent
der dort Beschäftigten, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
Stellenstreichungen kündigten am gleichen Tag Viacom Inc (Medien),
DuPont Co (Chemie) und Avis Budget Group Inc (Autovermietung) an.













