Wirtschaftsmächte bringen Weltfinanzreform auf den Weg
Auf 47 konkrete Reformschritte einigten sich die Gipfel-Teilnehmer, die ersten davon sollen schon bis Ende März umgesetzt werden - künftig sollen "alle Finanzmärkte, Produkte und Akteure reguliert oder überwacht werden".

Foto © APAOptimismus unter den G20-TeilnehmerInnen
Die führenden Wirtschaftsmächte haben die größte Reform des internationalen Finanzsystems seit mehr als 60 Jahren auf den Weg gebracht. Bei ihrem Gipfeltreffen in Washington
verständigten sich 20 Staats- und Regierungschefs am Wochenende darauf, die Finanzmärkte mit einem lückenlosen Überwachungsnetz zu versehen. Auf 47 konkrete Reformschritte einigten sich die Gipfel-Teilnehmer, die ersten davon sollen schon bis Ende März umgesetzt werden.
Maßnahmen. So sollen etwa die Aufsichtsorgane der einzelnen Länder gemeinsame
Gremien gründen, die sich um grenzüberschreitend tätige Finanzinstitutionen kümmern. Außerdem sollen Schwellen- und Entwicklungsländer ein stärkeres Mitspracherecht im Forum für
Finanzstabilität erhalten, das derzeit von der G-7 der wichtigsten Industriestaaten dominiert wird.
Die sechs Punkte...
Flächendeckende Überwachung. Insgesamt sollen künftig "alle Finanzmärkte, Produkte und Akteure reguliert oder überwacht werden", heißt es im Abschlusspapier des Gipfels. Rating-Agenturen und Hedge Fonds sollen strengeren Regeln unterworfen und Banken dazu verpflichtet werden, ihr eigenes Risikomanagement zu stärken. Die Regierungen wollen zudem gemeinsam gegen "nicht kooperative" Steueroasen vorgehen.
Umbau geplant. Die internationalen Finanzorganisationen wie der Internationale
Währungsfonds (IWF) und das Forum für Finanzstabilität (FSF) sollen umgebaut werden, um ihre Effektivität und Legitimität zu erhöhen. Die Weltbank wird damit beauftragt, Programme aufzulegen, die ein anhaltendes Wachstum in den Entwicklungs- und Schwellenländern sicher
stellen. Gleichzeitig bekannten sich die Teilnehmer der zweitägigen Konferenz zur freien Marktwirtschaft und erteilten jeglicher Art von Protektionismus eine Absage.
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G-20-Folgegipfel
Der Ort des Folgegipfels ist noch offen. In Washington hieß es aber, das Treffen könne in London stattfinden. Dann wird auch der künftige US-Präsident Barack Obama dabei sein, der am Treffen in Washington nicht teilnahm.















