Japan senkte erstmals seit sieben Jahren Leitzins
Die japanische Zentralbank hat heute den Leitzins von 0,5 Prozent auf 0,3 Prozent gesenkt. An der Börse hat das jedoch noch nicht gegriffen: Der Nikkei schloss mit fünf Prozent Verlust. Japan steht am Rande der Stagnation.

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Die japanische Zentralbank hat aus Sorge um die
Auswirkungen der globalen Finanzkrise auf Japans Wirtschaft erstmals
seit über sieben Jahren den Leitzins gesenkt. Die Bank von Japan
(BoJ) nahm den Tagesgeldsatz am Freitag von 0,5 Prozent auf 0,3
Prozent zurück. Notenbankgouverneur Masaaki Shirakawa gab die
ausschlaggebende Stimme ab, da vier Ratsmitglieder gegen eine
Zinssenkung und die übrigen vier für einen solchen Schritt waren.
Angesichts der Finanzkrise hatten auch Notenbanken in Europa und den
USA die Zinsen gesenkt. Experten sprechen von koordiniertem Vorgehen.
Kosten für Kredite.
Japans Zentralbank hatte den Tagesgeldsatz die vergangenen 20
Monate unverändert bei 0,5 Prozent belassen mit dem Argument, dass
die Kosten für Kredite bereits sehr niedrig seien. Eine Zinssenkung
werde vermutlich wenig ausrichten, um die Wirtschaft anzukurbeln,
sagte Teizo Taya, ein früheres Zentralbankmitglied und Berater des
Daiwa Research Institute, am Freitag zu ausländischen Journalisten.
Doch die Bank von Japan habe vermutlich befürchtet, inmitten der
Finanzkrise als zu rigide in ihrer Geldpolitik angesehen zu werden.
Börse unbeeindruckt.
Die Regierung begrüßte die Zinsentscheidung der Notenbank. Die
Börse zeigte sich indes unbeeindruckt, da eine Zinssenkung bereits
erwartet worden war. Der Nikkei-Index fiel um fünf Prozent auf
8.576,98 Punkte. Mit der Zinsentscheidung will die Zentralbank die
Wirtschaft angesichts der Gefahr einer tiefen Rezession in Folge der
Finanzkrise stützen. So soll die Senkung des Zielsatzes für Tagesgeld
auf 0,3 Prozent helfen, einem weiteren Anstieg des Yen zu wehren.
Währung war angestiegen.
Im Zuge der Finanzkrise war die japanische Währung seit geraumer
Zeit rasant zu anderen wichtigen Währungen wie dem Dollar und Euro
gestiegen, was die Aktienbörse stürzen ließ und die Bilanzen der von
den Exporten stark abhängigen japanischen Unternehmen erheblich
belastet. Japans Wirtschaft werde sich wahrscheinlich nicht vor Mitte
des kommenden Fiskaljahres, das am 1. April 2009 beginnt, erholen,
erklärte die BoJ in ihrem am Freitag vorgelegten Halbjahres-Ausblick.
Wachstumsprognose.
Die Bank von Japan korrigierte ihre Wachstumsprognose für das noch
bis 31. März 2009 laufende Fiskaljahr wegen der Auswirkungen der
globalen Finanzkrise deutlich auf nur noch 0,1 Prozent nach unten.
Bisher war die Zentralbank für Japan von 1,2 Prozent Wachstum
ausgegangen. Sie beschloss außerdem eine Reihe weiterer
geldpolitischer Lockerungsschritte, darunter die Zahlung von Zinsen
auf Zentralbankreserven der Geschäftsbanken des Landes. Dies soll die
weitere Liquiditätszufuhr in den Geldmarkt erleichtern. Zudem
beschloss die BoJ einstimmig, den Lombardsatz für Kredite an
Finanzinstitute des Privatsektors von 0,75 auf 0,5 Prozent zu senken.
Ab sofort.
Die Senkung des Tagesgeld- und des Lombardsatzes gelten mit
sofortiger Wirkung, hieß es. Die BoJ hatte zuletzt den Leitzins im
Februar 2007 um 0,25 Prozentpunkte auf 0,5 Prozent erhöht. Es war die
erste Erhöhung seit Juli 2006, als die Zentralbank nach sechsjähriger
Null-Zins-Politik den Satz für Tagesgeld auf 0,25 Prozent anhob.
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Mit der Zinsentscheidung will die Zentralbank die Wirtschaft angesichts der Gefahr einer tiefen Rezession in Folge der Finanzkrise stützen.













