Industrie plant Abbau von Kärntner Jobs
Die Finanzkrise hat auch Kärntens Industrie erfasst. 50 Prozent der Industriebetriebe wollen in den nächsten Monaten Arbeitsplätze abbauen. Investitinonen sollen jetzt vorgezogen werden.
Die Sorge steht dem Präsidenten der Industriellenvereinigung, Otmar Petschnig, ins Gesicht geschrieben: Erstmals nach längerer Zeit weisen die Konjunkturdaten nach unten. Dies, nachdem die letzten Quartalsumfragen über die Kärntner Industriekonjunktur ständig von Wachstum und positiven Beschäftigungszahlen geprägt waren.
Weniger Arbeitsplätze. Was Petschnig beunruhigt, ist die Tatsache, dass nur ein Prozent der befragten Betriebe die Zahl der Beschäftigten aufstocken will. 50 Prozent erwägen in den nächsten Monaten Arbeitsplätze abzubauen. Immerhin wurden 64 Firmen mit insgesamt 17.077 Beschäftigten im Zeitraum zwischen 10. September und 3. Oktober befragt, als das volle Ausmaß der Finanzkrise noch gar nicht auf dem Tisch lag. Der Auftragsbestand, die Ertragssituation und die Verkaufspreise sind von der Konjunkturdelle hingegen noch nicht so stark betroffen.
"Stunde der Wirtschaftspolitik". Jetzt schlage die "Stunde der Wirtschaftspolitik und nicht des Zuckerln Verteilens" mahnt Petschnig. "Es wird sich zeigen, wie sehr uns die drei Milliarden Euro abgehen, die drei Tage vor der Wahl verschenkt worden sind." Das Konjunkturpaket sei ein richtiger Schritt, auch der Kärnten-Gipfel der Wirtschaft. Petschnig warnt jedoch davor, den Fokus nur auf die Kleinen zu richten. "Kleine können ohne Große nicht leben und umgekehrt", bemüht Petschnig das Beispiel zweier kommunizierender Gefäße. Bei einem Bankengipfel zeigte sich, dass große Investitionsprojekte derzeit in Gefahr seien. Investitionen sollten aber dringend vorgezogen werden. Er regt ein Landes-Konjunktur-Paket an und denkt an den Zukunftsfonds. "Wozu haben wir ihn denn?."
Massive Kritik. Massive Kritik erntete Petschnig für die traditionelle Präsentation der Umfrage vom designierten BZÖ-Parteiobmann Uwe Scheuch. "Es ist verantwortungslos und auf Schärfste zurückzuweisen, wie Petschnig sein Amt missbraucht, um Politik zu machen", schäumte er. Petschnigs Aufgabe sei es, für eine positive Kommunikation zu sorgen und zuerst mit der Politik zu reden.
Features
DAS SOLL GETAN WERDEN
Clearingstelle der Nationalbank sollte eingerichtet werden.
Kreditgebühren abschaffen.
Sonderförderungspaket für Bauprojekte z.B. thermische Sanierung, öffentlicher Hochbau.
Maßvolle Lohnrunde mit einer Einmalzahlung
Landeshaftungsfonds soll vertrauensbildend wirken.
Banken-Pool bei Großprojekten.













