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Zuletzt aktualisiert: 28.10.2008 um 21:49 UhrKommentare

VW-Aktie wird für Hedge-Fonds zum Milliarden-Debakel

Laut Angaben der "Financial Times" haben Spekulanten am Montag insgesamt 15 Milliarden Euro an Verlusten eingefahren, weil sie auf fallende VW-Kurse gesetzt haben sollen. Die Aktie war aber um 146 Prozent in die Höhe geschossen.

VW kurz vor Übernahme durch Porsche

Foto © APAVW kurz vor Übernahme durch Porsche

Der dramatische Anstieg der Volkswagen-Aktie wird zum Milliardendebakel für eine Reihe von Hedge-Fonds. Nach Informationen des "Handelsblatt" (Mittwoch) aus Bankkreisen hat allein der Londoner Hedge-Fonds Marshall Wace mehr als fünf Milliarden Euro verloren. Auch der von der Wall-Street-Legende Richard Perry geführte New Yorker Fonds Perry Capital, habe sich diesen Informationen zufolge in gigantischem Ausmaß verspekuliert.

Tief unter Wasser. Außerdem ist auch der Investor Greenlight Capital (New York) mit seinem Volkswagen-Engagement tief unter Wasser, wie die Zeitung aus unternehmensnahen Kreisen erfuhr. Auch zahlreiche weitere Hedge-Fonds und auch Investmentbanken erlebten gerade einen Alptraum. Allesamt wurden von dem spektakulären Ausschlag der VW-Aktie überrascht. Sie hatten auf fallende Kurse spekuliert und sich zu diesem Zweck VW-Aktien bei Banken geliehen. Diese wurden dann verkauft. Ziel war es, die Aktien später zu niedrigeren Kursen zurückzukaufen. Dass die VW-Aktie nicht fiel, sondern um mehrere hundert Prozent stieg, ist für die Investoren eine Katastrophe.

Fragen unbeantwortet. Alle drei Hedge-Fonds ließen Fragen zum Stand ihrer VW-Investitionen auf Nachfrage unbeantwortet. Der elf Milliarden Dollar schwere Perry Fonds musste in den vergangenen Tagen bereits Entlassungen bekanntgeben. Aktuell sei der Fonds wie viele andere in der Verlustzone.

Spekulationen. Am Markt wurde heftig darüber spekuliert, wer auf fallende VW-Aktien gesetzt hat und nun möglicherweise Milliardenverluste verbuchen muss. In Paris stürzten die Titel der Societe Generale zeitweise um mehr als 17 Prozent ab - Händler begründeten dies mit Gerüchten über einen Verlust bei VW-Leerverkäufen. An der Wall Street fielen die Titel der ehemaligen Investmentbanken Morgan Stanley und Goldman Sachs aus dem gleichen Grund zeitweise um mehr als zehn Prozent.

Keine Stellungnahme. Societe Generale war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Morgan Stanley erklärte, die Firma sei nicht von der Kursexplosion bei Volkswagen betroffen. Goldman lehnte wie üblich eine Stellungnahme zu Marktspekulationen ab. Die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr jedoch von Goldman-Mitarbeitern, das Institut habe keine beträchtlichen Verluste im Zusammenhang mit Volkswagen verbucht.


Fakten

Die VW-Aktie schloss in Frankfurt 82 Prozent im Plus bei 945 Euro. Investoren zahlten allein am Dienstag insgesamt fast zehn Milliarden Euro für VW-Aktien - Ein Großteil dieses Geldes dürfte längerfristig wohl als Verlust verbucht werden.

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