VW-Aktie wird für Hedge-Fonds zum Milliarden-Debakel
Laut Angaben der "Financial Times" haben Spekulanten am Montag insgesamt 15 Milliarden Euro an Verlusten eingefahren, weil sie auf fallende VW-Kurse gesetzt haben sollen. Die Aktie war aber um 146 Prozent in die Höhe geschossen.

Foto © APAVW kurz vor Übernahme durch Porsche
Der dramatische Anstieg der
Volkswagen-Aktie wird zum Milliardendebakel für eine Reihe von
Hedge-Fonds. Nach Informationen des "Handelsblatt" (Mittwoch) aus
Bankkreisen hat allein der Londoner Hedge-Fonds Marshall Wace mehr
als fünf Milliarden Euro verloren. Auch der von der
Wall-Street-Legende Richard Perry geführte New Yorker Fonds Perry
Capital, habe sich diesen Informationen zufolge in gigantischem
Ausmaß verspekuliert.
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Tief unter Wasser.
Außerdem ist auch der Investor Greenlight Capital (New York) mit
seinem Volkswagen-Engagement tief unter Wasser, wie die Zeitung aus
unternehmensnahen Kreisen erfuhr. Auch zahlreiche weitere Hedge-Fonds
und auch Investmentbanken erlebten gerade einen Alptraum. Allesamt
wurden von dem spektakulären Ausschlag der VW-Aktie überrascht. Sie
hatten auf fallende Kurse spekuliert und sich zu diesem Zweck
VW-Aktien bei Banken geliehen. Diese wurden dann verkauft. Ziel war
es, die Aktien später zu niedrigeren Kursen zurückzukaufen. Dass die
VW-Aktie nicht fiel, sondern um mehrere hundert Prozent stieg, ist
für die Investoren eine Katastrophe.
Fragen unbeantwortet.
Alle drei Hedge-Fonds ließen Fragen zum Stand ihrer
VW-Investitionen auf Nachfrage unbeantwortet. Der elf Milliarden
Dollar schwere Perry Fonds musste in den vergangenen Tagen bereits
Entlassungen bekanntgeben. Aktuell sei der Fonds wie viele andere in
der Verlustzone.
Spekulationen.
Am Markt wurde heftig darüber spekuliert, wer auf fallende
VW-Aktien gesetzt hat und nun möglicherweise Milliardenverluste
verbuchen muss. In Paris stürzten die Titel der Societe Generale
zeitweise um mehr als 17 Prozent ab - Händler begründeten dies mit
Gerüchten über einen Verlust bei VW-Leerverkäufen. An der Wall Street
fielen die Titel der ehemaligen Investmentbanken Morgan Stanley und
Goldman Sachs aus dem gleichen Grund zeitweise um mehr als zehn
Prozent.
Keine Stellungnahme.
Societe Generale war zunächst nicht für eine Stellungnahme
erreichbar. Morgan Stanley erklärte, die Firma sei nicht von der
Kursexplosion bei Volkswagen betroffen. Goldman lehnte wie üblich
eine Stellungnahme zu Marktspekulationen ab. Die Nachrichtenagentur
Reuters erfuhr jedoch von Goldman-Mitarbeitern, das Institut habe
keine beträchtlichen Verluste im Zusammenhang mit Volkswagen
verbucht.
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Fakten
Die VW-Aktie schloss in Frankfurt 82 Prozent im Plus bei 945 Euro. Investoren zahlten allein am Dienstag insgesamt fast zehn Milliarden Euro für VW-Aktien - Ein Großteil dieses Geldes dürfte längerfristig wohl als Verlust verbucht werden.













