Finanzkrise könnte weltweit 20 Millionen Stellen kosten
Besonders betroffen seien das Bauwesen, der Immobilien- und der Finanzsektor sowie die Autoindustrie.

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Die Krise an den Finanzmärkten wird nach
Schätzungen der Internationale Arbeitsorganisation (ILO) bis Ende
kommenden Jahres weltweit 20 Millionen Arbeitsplätze vernichten. Die
Zahl der Arbeitslosen werde auf 210 Millionen von jetzt 190 Millionen
steigen und damit erstmals über die 200-Millionen-Marke klettern,
teilte die ILO am Montag in Genf mit.
Besonders betroffen.
Besonders betroffen seien das Bauwesen, der Immobilien- und der
Finanzsektor sowie die Autoindustrie. Der Verlust von Arbeitsplätzen
werde noch größer ausfallen, wenn der Internationale Währungsfonds
(IWF) seine Wachstumsprognosen weiter nach unten revidieren sollte,
warnte ILO-Generaldirektor Juan Somavia.
Debatte.
Somavia kündigte eine breit angelegte Debatte mit dem Ziel der
Förderung der Realwirtschaft und der Schaffung von Arbeitsplätzen an.
"Es wäre tragisch, auf eine Krise um Schrotthypotheken mit einer
Schrottpolitik zu reagieren", sagte der ILO-Chef, dessen
UN-Unterorganisation Regierungen und Tarifparteien umfasst. Der
prognostizierte Rückgang der Arbeitsplätze ist regional nicht
gegliedert. Somavia zufolge werden Länder mit großen Binnenmärkten
und geringer Exportabhängigkeit die Krise besser meistern. Er nannte
als Beispiel China, dessen Wirtschaft nur einen Ausfuhranteil von elf
Prozent hat.
Hilfen.
Der ILO-Generalsekretär bezeichnete es als alarmierend, dass die
weltweite Arbeitslosigkeit trotz des starken Wirtschaftswachstums
zwischen 2002 und 2007 unverändert geblieben sei. Hilfen für die
Wirtschaft, mit denen eine Rezession verhindert oder abgemildert
werden sollen, müssten sich auf beschäftigungsintensive Branchen
konzentrieren.
Schlüsselaufgabe.
Die Finanzwirtschaft sollte auf ihre Schlüsselaufgabe, die
Bereitstellung von Geld für Unternehmen, zurückgeführt werden. Seit
1980 sei der Anteil der Finanzbrache an den Gewinnen von
US-Unternehmen auf 41 Prozent von fünf Prozent in die Höhe
geschossen. Das habe dazu geführt, dass Banken lieber in
Finanzpapiere statt in die Produktion investiert hätten. "So begann
das System, Mittel aus der Realwirtschaft abzuziehen", sagte Somavia.













