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Zuletzt aktualisiert: 21.10.2008 um 07:42 UhrKommentare

Finanzkrise könnte weltweit 20 Millionen Stellen kosten

Besonders betroffen seien das Bauwesen, der Immobilien- und der Finanzsektor sowie die Autoindustrie.

Foto © Reuters

Die Krise an den Finanzmärkten wird nach Schätzungen der Internationale Arbeitsorganisation (ILO) bis Ende kommenden Jahres weltweit 20 Millionen Arbeitsplätze vernichten. Die Zahl der Arbeitslosen werde auf 210 Millionen von jetzt 190 Millionen steigen und damit erstmals über die 200-Millionen-Marke klettern, teilte die ILO am Montag in Genf mit.

Besonders betroffen. Besonders betroffen seien das Bauwesen, der Immobilien- und der Finanzsektor sowie die Autoindustrie. Der Verlust von Arbeitsplätzen werde noch größer ausfallen, wenn der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Wachstumsprognosen weiter nach unten revidieren sollte, warnte ILO-Generaldirektor Juan Somavia.

Debatte. Somavia kündigte eine breit angelegte Debatte mit dem Ziel der Förderung der Realwirtschaft und der Schaffung von Arbeitsplätzen an. "Es wäre tragisch, auf eine Krise um Schrotthypotheken mit einer Schrottpolitik zu reagieren", sagte der ILO-Chef, dessen UN-Unterorganisation Regierungen und Tarifparteien umfasst. Der prognostizierte Rückgang der Arbeitsplätze ist regional nicht gegliedert. Somavia zufolge werden Länder mit großen Binnenmärkten und geringer Exportabhängigkeit die Krise besser meistern. Er nannte als Beispiel China, dessen Wirtschaft nur einen Ausfuhranteil von elf Prozent hat.

Hilfen. Der ILO-Generalsekretär bezeichnete es als alarmierend, dass die weltweite Arbeitslosigkeit trotz des starken Wirtschaftswachstums zwischen 2002 und 2007 unverändert geblieben sei. Hilfen für die Wirtschaft, mit denen eine Rezession verhindert oder abgemildert werden sollen, müssten sich auf beschäftigungsintensive Branchen konzentrieren.

Schlüsselaufgabe. Die Finanzwirtschaft sollte auf ihre Schlüsselaufgabe, die Bereitstellung von Geld für Unternehmen, zurückgeführt werden. Seit 1980 sei der Anteil der Finanzbrache an den Gewinnen von US-Unternehmen auf 41 Prozent von fünf Prozent in die Höhe geschossen. Das habe dazu geführt, dass Banken lieber in Finanzpapiere statt in die Produktion investiert hätten. "So begann das System, Mittel aus der Realwirtschaft abzuziehen", sagte Somavia.


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