Laut Experten bringt die Finanzkrise neue "Rockefellers"
Die Experten warnen auch vor zuviel Einfluss der Politik auf die Banken.

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Nicht nur negativ sehen die Experten der
Unternehmensberatung Deloitte die weltweite Krise auf den
Finanzmärkten: Selten zuvor sei es so rasch und billig möglich
gewesen, Marktanteile zu gewinnen oder unterbewertete Assets und
Unternehmen zu kaufen. "Auch neue Rockefellers werden kommen", ist
sich Kurt Blecha von Deloitte sicher. Ausgestanden ist die Krise
seiner Meinung nach aber noch nicht.
Chancen.
"Die aktuelle Krise bietet Chancen für jene Banken, die noch über
genügend Kapital und Liquidität verfügen bzw. gegenüber Investoren
einen Business Case darstellen können", sagte der Finanzmarkt-Experte
am Freitag bei einer Veranstaltung zum Thema "Financial Markets
Meltdown - Was nun?". Zudem gebe es keine bessere Chance als eine
Krise, um etwas zu ändern.
Risikomanagement.
Damit sich eine derartige Finanzmarktkrise nicht wiederholt, raten
die Experten von Deloitte den Banken, ihr Risikomanagement zu
überdenken und ihren Stresstest zu ändern. Einen Fall wie Lehman
Brothers, mit einer extremen Leverage Ratio (Verhältnis zwischen
Fremdkapital zum Eigenkapital) sowie 50 Prozent der Bilanz
Market-to-Market bewertet, dürfe es eigentlich bei einem
funktionierenden Risikomanagement nicht geben. Weiters empfiehlt der
Experte, keine Personen in den Aufsichtsrat zu nehmen, die politisch
vom Management abhängig sind.
Basel II hat versagt.
Völlig versagt habe in der aktuellen Krise nicht nur das
Risikomanagement, sondern auch Basel II. Man habe "zuviel Last auf
Ratingagenturen gelegt", so Blecha. Es sei daher nicht ratsam,
externen Ratings blind zu vertrauen. Die Gründe für die weltweite Krise sieht Blecha auch darin, dass
Banken sich nicht nur auf ihr Kerngeschäft konzentriert haben und auf
dem "Kapitalmarkt-Casino" mit "Bubbles" gespielt haben. Ein
Geschäftsmodell müsse im Kern valide und profitabel sein, betonte der
Experte.
Österreich nicht so stark betroffen.
Österreich dürfte die Finanzkrise aber nicht so stark treffen wie
etwa die USA, zumal österreichische Banken nicht so stark geleveraged
waren wie US-Banken. Auch das Regierungspaket sei zu begrüßen, zumal
damit richtigerweise versucht werde, "den Motor wieder anzuwerfen"
und vor allem das Interbankengeschäft anzukurbeln. Dennoch bestehe
seiner Meinung nach noch immer die Gefahr, dass auf der Asset-Seite
der Banken "Müll" zu finden sei, der nun "ausgeräumt" werden müsse,
um wieder Vertrauen zu schaffen.
Folgen der Krise.
Als mögliche Folgen der Krise - nicht nur in Österreich - erwartet
Blecha einen Konsolidierungsprozess und weitere Insolvenzen bei
Banken und eine Rückkehr zum traditionellen Bankgeschäft. Durch die
Beteiligung vieler Regierungen an Banken bestehe aber die Gefahr,
dass die Politik künftig zu viel Einfluss auf das Bankgeschäft nimmt.













