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Zuletzt aktualisiert: 09.10.2008 um 13:14 UhrKommentare

Zinssenkungen beruhigen Börsen nur teilweise

Die Leitzinssenkung der wichtigsten Notenbanken vom Vortag hat die Aktienmärkte weltweit nur teilweise beruhigt.

Foto © APA

teilweise beruhigt. Während die Kurse in Nord- und Südamerika sowie Asien erneut deutlich fielen, stabilisierten sich die Börsen in Europa zum Handelsstart am Donnerstag. Der wichtigste deutsche Börsenindex DAX stieg bis zu Mittag um mehr als 1 Prozent auf knapp 5.100 Punkte. Vor allem Bankaktien konnten nach den dramatischen Kursrutschen des Vortages wieder Boden gutmachen. Zeitweise verbuchten sie sogar zweistellige Gewinne.

ATX steigt wieder. In Wien legte der Leitindex ATX bis 12 Uhr um 3,61 Prozent zu auf 2.335,31 Punkte. "Nach dem Schock von gestern beruhigt sich die Lage nun erstmal wieder ein bisschen", sagte ein Händler in Frankfurt. "Das heißt aber nicht, dass der Sturm schon ganz vorbei ist". Nach Einschätzung einiger Analysten werden Börse und Wirtschaft so lange schwächeln, bis die Immobilienpreise in den USA nicht mehr fallen und die Banken wieder genug Geld zur Verfügung haben.
Die US-Börsen schlossen am Mittwoch (Ortszeit) den sechsten Handelstag hintereinander im Minus. Der Leitindex Dow Jones verlor 2 Prozent auf 9.258,10 Punkte. Nach einer nervösen Berg- und Talfahrt verpuffte am Ende die Wirkung der Leitzinssenkung, an der sich die Europäische Zentralbank (EZB) sowie die Notenbanken der USA (Fed), Großbritanniens, Kanadas, Schwedens und der Schweiz beteiligt hatten.

Talfahrt in Asien. Auch in Lateinamerika und Asien setze sich die Talfahrt an den Börsen fort. Am größten Aktienmarkt des Subkontinents in Brasilien gab der Bovespa-Index um 3,85 Prozent auf 38.593,54 Punkte nach. Der japanische Nikkei für 225 führende Werte gab zwischenzeitliche Gewinne wieder ab und schloss auf dem niedrigsten Stand seit fünf Jahren mit einem Verlust von 45,83 Punkten oder 0,50 Prozent bei 9.157,49 Punkten. "Selbst wenn es die Regierungen schaffen, die Sorgen um die Finanzkrise und das fehlende Vertrauen zu lindern, bleiben die Ängste um die Wirtschaftsentwicklung bestehen und der Markt wird sich dann darauf konzentrieren", erklärte ein Börsenexperte in Tokio die Nervosität.

Euro bleibt stabil. Der EuroSTOXX 50, der die größten europäischen Unternehmen umfasst, lag zeitweise im Plus von knapp 2 Prozent. Auch die Aktienmärkte in Paris und London kletterten leicht. Zu den Gewinnern an der Frankfurter Börse zählten bis zum Mittag vor allem Papiere der Commerzbank, der Hypo Real Estate und der Postbank mit Gewinnen um 10 Prozent. Der Euro pendelte sich unter der Marke von 1,37 Dollar ein. Im frühen Handel in Europa kostete die Gemeinschaftswährung 1,3641 Dollar. Ein Dollar war 0,7329 Euro wert. Der Ölpreis sank weiter. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI zur Lieferung im November kostete 87,61 Dollar und damit um 1,34 Dollar weniger als zum Handelsschluss am Vortag. <


Fakten

Sechs führende Notenbanken, darunter die EZB, die amerikanische Federal Reserve und die britische Bank of England senkten ihre Leitzinsen am Mittwoch in einer konzertierten Aktion.

Grafik

Grafik © APA

Grafik vergrößernATX: Die größten Tagesgewinne und -verlusteGrafik © APA

Fakten

In ganz Europa brachen die Märkte am Montag vor dem Hintergrund der Finanzkrise und neuer Rezessionsängste stark ein. In Wien fielen die Verluste dabei besonders kräftig aus. Als wichtigen Faktor nennen Analysten hier die vergleichsweise geringere Liquidität des Wiener Marktes und das Ostengagement vieler öster-
reichischer Unternehmen.

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