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Zuletzt aktualisiert: 19.09.2008 um 20:00 UhrKommentare

Rettungsplan dürfte für US-Steuerzahler teuer werden

Programme anderer Staaten verschlangen laut Commerzbank zwischen 6 und 20 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

Foto © AP

Das geplante Programm der US-Regierung zur Eindämmung der Finanzmarktkrise könnte die amerikanischen Steuerzahler teuer zu stehen kommen. Analysten der Commerzbank verwiesen am Freitag auf Erfahrungen mit derartigen Rettungsaktionen in anderen Ländern. "In Schweden kostete die Rettung der Banken Anfang der 90er Jahre den Staat 6 Prozent des BIP."

Kosten. Schätzungen für die Kosten der Stützung des japanischen Bankensystems in den 90er Jahren gehen den Frankfurter Bankern zufolge sogar auf 20 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Sollte es den US-Staat, wie bei der schwedischen Rettungsaktion, 6 Prozent kosten, würde das einer Summe von etwa 850 Mrd. Dollar (586 Mrd. Euro) entsprechen. Daher drohe dem Steuerzahler für eine "große Lösung eine erhebliche Rechnung".

Rettungsplan. Am Donnerstagabend hatte die US-Regierung einen Rettungsplan für Banken vorzulegen, die wegen fauler Kredite in Bedrängnis geraten sind. Der Plan bedürfe aber der Zustimmung des Kongresses, sagte Finanzminister Henry Paulson nach einem Krisentreffen bei Präsident George W. Bush. Paulson und Notenbankchef Ben Bernanke informierten anschließend führende Politiker des Kongresses über die Regierungspläne.

Schulden abfangen. Der Sender CNBC hatte zuvor berichtet, die US-Regierung denke über eine Auffanglösung für Bankschulden nach. In dem Bericht hieß es weiter, nach den Überlegungen von Finanzminister Paulson soll sich die angedachte Auffanglösung an dem Modell der Resolution Trust Corp. (RTC) orientieren, das die Regierung Ende der 80er Jahre nach dem Zusammenbruch mehrerer Spar- und Darlehenskassen erfolgreich zur Bekämpfung der damaligen Finanzkrise einsetzte.

Keine Alternative. Den Commerzbank-Analysten zufolge ist eine Alternative zu dem geplanten Programm nicht auszumachen. "Immerhin könnte die Auffanggesellschaft die erworbenen Papiere bis zur Fälligkeit halten." Da kaum zu erwarten sei, dass die Anleihen alle komplett ausfallen, könne sich die Rechnung für die Steuerzahler zumindest verringern. "Einmal mehr ist damit das geringere Übel gewählt." Weiteres Abwarten und eine Verschärfung der Krise könnte noch teurer werden.


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"Wir müssen das tun. Der Immobilienmarkt ist die Wurzel der Probleme unserer Wirtschaft und unseres Finanzsystems", sagte Paulson. "Solange wir keine Stabilisierung im Immobiliensektor erreichen, bekommen wir auch keine Stabilität auf den Finanzmärkten."

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