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    Zuletzt aktualisiert: 17.09.2008 um 21:19 UhrKommentare

    "Österreich ist keine Inseln der Seligen"

    Die größte Finanzkrise seit 1929 wird auch Österreich treffen. Die Arbeitslosigkeit wird steigen, fürchten Experten.

    Foto © APA

    Schwapppt die globale, vom Krach riesiger Banken und schlingernden Versicherungsgiganten in den USA zuletzt schockartig verschärfte Finanzkrise auch auf Österreich über? Das Zittern ist groß. Und die Unklarheit auch. Der Industrielle Hannes Androsch rechnet mit einer Rezession in den USA, Großbritannien, Irland und Spanien und geht davon aus, dass auch Österreich die Folgen der "gravierendsten Finanz- und Bankenkrise seit 1929" spüren wird. Wobei Androsch davon überzeugt ist, dass das "Ende der Fahnenstange trotz allem, was passiert, noch nicht erreicht ist". An einen völligen Zusammenbruch wie im Jahr 1929 glaubt er aber nicht: "Es werden alle versuchen, die Kernschmelze des Weltwirtschaftssystems zu verhindern. Aus der Krise der 29er Jahre wurden die Lehren gezogen. Es wird aber viel kosten. 1500 Milliarden Verlust bedeutet Wohlstands- und Wachstumsverlust."

    Konjunktorabschwächung. Trotz der starken Ausrichtung der österreichischen Wirtschaft Richtung Osteuropa rechnet Androsch mit einer Konjunktorabschwächung sowie negativen Auswirkungen auf den österreichischen Arbeitsmarkt: "Es gibt keine Inseln der Seligen. Die Auswirkungen bedeuten auch, dass es keine zusätzlichen Verteilungsspielräume geben wird. Was man nicht erwirtschaftet, kann man nicht verteilen."

    Verluste. Bisher steht fest, dass Österreichs Banken um 600 Millionen Euro bangen müssen, mit denen sie bei der insolventen US-Investmentbank Lehman Brothers engagiert sind. Den größten Verlust könnte das Spitzeninstitut von Raiffeisen, die RZB, mit angeblich 250 Millionen Euro wegstecken müssen. Auch Versicherungen wie Wiener Städtische, Generali, Wüstenrot, Uniqa und Allianz oder Bank Austria und Erste Bank sollen zu den Leidtragenden zählen. In Relation zu den Bilanzsummen der Banken sind die Beträge aber nicht gravierend.

    "Peripher betroffen". "Insgesamt wird Österreich nur sehr peripher betroffen sein", glaubt der Chef des Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo), Karl Aiginger. Österreichs Banken hätten ihr Geld hauptsächlich in Osteuropa investiert und deshalb nicht an gewagten und teils schiefgelaufenen US-Finanzspielen teilgenommen. Aiginger erinnert daran, dass die US-Finanzkrise bereits ein Jahr andauere. Österreich befände sich zwar seit Jahresmitte konjunkturell "in einem sichtbaren Abschwung", doch werde es so dick nicht kommen, glaubt der Wissenschaftler. Mittlerweile sei Osteuropa für unsere Wirtschaft so wichtig wie die USA. Aiginger sieht eher ein regionales Risiko: Falls die von der US-Krise wohl gebremste Weltkonjunktur auch den Osten erreiche, hätte dies für uns ärgere Folgen, glaubt er.

    Export hat gelitten. "Das Ende des dreijährigen Konjunkturzyklus wäre sowieso gekommen", meint Bernhard Felderer, der Chef des Instituts für Höhere Studien (IHS). Er staunt darüber, dass Österreichs Firmen bisher unverdrossen Kredite aufnehmen, was als Zeichen der Zuversicht gilt und nicht typisch für einen Abschwung sei. Unter der US-Krise habe bisher vor allem der Export wegen des seither schwächelnden Dollars gelitten. "Keine Panik", die US-Notenbank habe die Krisen "bisher sehr gut gemanagt". Abwarten sei die Devise, meint Felderer. Dass Wirtschaftsminister Martin Bartenstein nun vehement wie andere Wahlkämpfer - auch SPÖ-Chef Werner Faymann ist dafür - für ein (noch unklares) Konjunkturpaket wirbt, mit dem eventuelle Schockwellen aus den USA hierzulande abgefedert werden könnten, sei "vernünftig". Auch Androsch hält ein Programm zur Stützung der Konjunktur EU-weit für nötig. Wenngleich Felderer in seiner Doppelrolle - er ist auch oberster Wächter der Staatschulden - darauf verweist, dass "finanziell wenig staatlicher Spielraum da ist".

    WOLFGANG SIMONITSCH, CARINA KERSCHBAUMER

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