UNIQA und VIG haben Anleihen bei Lehman
Medienberichten zu Folge hat die US-Finanzkrise weitere Auswirkungen auf die österreichischen Versicherungen.

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Die US-Finanzkrise hat weitere Auswirkungen auf die
österreichischen Versicherungen. Die UNIQA und die Wiener Städtische
(Vienna Insurance Group, VIG) sollen laut einem Bericht der "Presse"
Beträge in zweistelliger Millionenhöhe in Anleihen der insolventen
US-Bank Lehman Brothers investiert haben. Außerdem haben die Häuser
beide ein "limitiertes" Exposure zu dem krisengeschüttelten
US-Versicherungsriesen American International Group (AIG), so die
Zeitung. UNIQA bestätigt indirekt, von der VIG gibt es keinen
Kommentar.
Verflechtungen. Die Wiener Städtische und die UNIQA haben zwar - wie andere
heimische Versicherungen - keine Lebensversicherungen verkauft, bei
denen Lehman als Garantiegeber fungiert. Es bestehen aber andere
Verflechtungen mit der US-Bank und der angeschlagenen AIG, der die
US-Notenbank Fed nun bis zu 85 Mrd. Dollar (59,6 Mrd. Euro) leiht.
Anleihen im Überblick. Die UNIQA soll laut "Presse" Anleihen im Wert von 40 bis 50 Mio.
Euro bei Lehman besitzen. "Einen dreistelligen Millionenbetrag
dementieren wir", sagte ein Sprecher auf APA-Anfrage. Über die genaue
Höhe des Betrags werde allerdings keine Auskunft gegeben. "Im Sinne
eines international gestreuten Kapitalanlage-Portefeuilles hat UNIQA
in unterschiedlichen Assetklassen auch Lehman-Positionen", so
UNIQA-Generaldirektor Konstantin Klien in einer Stellungnahme am
Mittwoch. Dieses Exposure sei allerdings "sehr begrenzt und zum
großen Teil erstrangig". Genauere Angaben wurden nicht gemacht.
Wiener Städtische. Die Wiener Städtische soll laut "Presse" dem Vernehmen nach 60 bis
70 Millionen Euro in Anleihen bei Lehman investiert haben. "Ich kann
das weder dementieren noch bestätigen", sagte eine Sprecherin auf
APA-Anfrage. Auch zu den Verbindungen mit AIG gab es keinen
Kommentar. "Wir haben einige Geschäftsbeziehungen zu AIG im Bereich
von Garantieprodukten und in der Rückversicherung", sagte
VIG-Generaldirektor Günter Geyer zur "Presse".
UNIQA. Die UNIQA habe zur AIG "keine engen Beziehungen, die über das
übliche Maß einer international verflochtenen Wirtschaft
hinausgehen", hieß es in der Stellungnahme. Das direkte Exposure von
UNIQA bei AIG sei nicht nennenswert. Der Versicherer konzentriere
sich auf Europa und arbeite primär mit europäischen Erst- und
Rückversicherern zusammen. Daher gebe es "praktisch keinen direkten
Einfluss der AIG-Krise" auf die UNIQA. Allgemeine Auswirkungen auf
die gesamte Branche - etwa über Rückversicherungsbedingungen - könne
man "natürlich nie" ausschließen.
AIG in Osteuropa. Die AIG ist auch in verschiedenen osteuropäischen Ländern mit
kleineren und größeren Unternehmen aktiv. Würde sich AIG aus CEE
zurückziehen, würde sich die UNIQA diese Gesellschaften "genauer
ansehen", so ein Sprecher. Noch gebe es aber keine Signale seitens
des US-Riesen. Die UNIQA sei aber "grundsätzlich auch zu Zukäufen in
dieser Region bereit", sagte Klien laut Stellungnahme. Stimmen müsse
aber der Preis, die strategische Kompatibilität und das Potenzial.
"In letzter Zeit waren die Preise schlicht und einfach zu hoch, und
es war vernünftiger, statt in Akquisitionen in organisches Wachstum
zu investieren", so Klien.













