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Zuletzt aktualisiert: 18.09.2007 um 11:24 Uhr

Aktuelle Schwäche für Zukäufe nützen

Aktienengagements sind langfristig lohnende Investitionen. Dass dies mehr als nur eine Binsenwahrheit ist, beweist ein Blick auf die langfristige Rendite des österreichischen Aktienmarktes. In Österreich betrug die durchschnittliche jährliche Rendite in den Jahren 1990–2006 8,2 Prozent. Eine sehr gute Rendite, hinter der sich allerdings auch eine sehr große Volatilität verbirgt. So war der Zeitraum 1990–1993 von einem jährlichen Rückgang von minus 15 Prozent geprägt, während der Markt seit dem Jahr 2003 um etwa 40 Prozent jährlich gestiegen ist. Daraus lässt sich ableiten, wie wichtig Timing, also richtige Ein- und Ausstiegszeitpunkte, sind. Letztere lassen sich aber nur schwer, wenn überhaupt, genau bestimmen. Genau diese Frage stellen sich mehr und mehr Investoren.

Nach dem starken, jahrelangen Anstieg der jüngeren Vergangenheit und der starken Korrektur, ausgelöst durch die Vorkommnisse der letzten Wochen (Stichwort: USImmobilienkrise), stehen viele Investoren vor der Entscheidung, ob sich ein Engagement in Aktien nach wie vor rentiert, ob man dieses kürzen soll oder ob sogar ein Komplettausstieg lohnend wäre. Viele Fragen und zumindest ebenso viele Antworten. Die US-Immo-Krise und die damit zusammenhängende Finanzierung, vor allem minderwertiger Hypotheken, haben auch in Europa zu Erdstößen geführt und auch einige prominente Opfer gefordert. Diesen Sorgen gegenüber steht aber ein nach wie vor starkes Wirtschaftswachstum in der EU, in Russland, in China und in Indien. Wenngleich dieses Wachstum durch die USHypothekenkrise beeinträchtigt werden könnte, gibt es (noch) wenig Anzeichen dafür.

Was aber mit Sicherheit bekannt ist, ist die günstige Bewertung des österreichischen Aktienmarktes. Dieser notiert auf Basis der Gewinne für 2007 auf einem Kurs/ Gewinn-Verhältnis von 12,4 und auf Basis der Gewinne von 2008 auf einem KGV von 12,2. Das Gewinnwachstum betrug in den letzten Jahren zwischen 30 und 50 Prozent. Heuer ist mit rund fünf Prozent Gewinnwachstum im ATX zu rechnen, das Wachstum sollte sich im nächsten Jahr aber wieder auf rund 18 Prozent beschleunigen. Tatsache bleibt auch, dass alle Unternehmen über volle Auslastungen verfügen, auf einem Rekordauftragsstand sitzen und immer noch in der Lage sind, die Preise zu erhöhen. Die Wachstumskurve wird sich zwar verflachen, das hohe Niveau wird aber beibehalten. Fazit: Die aktuelle Schwäche sollte für Zukäufe genutzt werden. Zu unseren Favoriten zählen: CA Immo Anlagen, Erste Bank, Immoeast, voestalpine, Schoeller Bleckmann Oilfield, Post und Flughafen Wien.


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Alfred Reisenberger, UnicreditFoto © BE

Fakten

Alfred Reisenberger (Unicredit) ist Chefanalyst für den österreichischen Aktienmarkt.

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