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Zuletzt aktualisiert: 18.09.2007 um 11:17 Uhr

Den Zeithorizont immer beachten

Ein Anleger sollte sich Gedanken über den Zeithorizont einer Veranlagung machen. Je länger dieser ist, desto höher ist auch das Risiko, das er eingehen kann. Wer sein zur Veranlagung bestimmtes Kapital bereits nach einigen Monaten benötigt, um sich etwa ein Auto zu kaufen, sollte risikolos veranlagen. Wer einen gewissen Betrag über mehrere Jahre nicht benötigt, sollte – abhängig von seiner Risikoneigung – einen Teil in Aktien, Fonds, Indexzertifikate mit/ohne Kapitalgarantie etc. veranlagen, weil damit über einen längeren Zeitraum mit hoher Wahrscheinlichkeit höhere Renditen erzielt werden als mit dem Sparbuch. Man sollte seine Veranlagung auf jeden Fall diversifizieren, also sein Geld auf mehrere Aktien, Branchen etc. aufteilen um das Risiko in Form von Ertrags- bzw. Kursschwankungen zu verringern.

Das Vermögen eines Investors erhöht sich durch Kurssteigerungen und Dividendenzahlungen. Nicht jede AG zahlt jedoch eine Dividende, was aber nicht unbedingt schlecht sein muss. Eine Firma in einem frühen Wachstumsstadium wird keine Dividende zahlen, weil sie die finanziellen Mittel benötigt, um Wachstumsinvestitionen durchzuführen. Die in der AG belassenen Mittel werden sich aber voraussichtlich in späteren Jahren in höheren Gewinnen des Unternehmens niederschlagen. Und die Gewinne eines Unternehmens bzw. die zukünftigen Gewinnerwartungen sind es, die die Aktienkursentwicklung langfristig beeinflussen. Ob eine Aktie im Verhältnis zu einer Aktie eines vergleichbaren Unternehmens hoch oder niedrig bewertet ist, kann mit Kennzahlen wie etwa dem Kurs/Gewinn-Verhältnis festgestellt werden. Da eine Aktie außerhalb der Eurozone in einer anderen Währung als in Euro notiert, spielt auch die Entwicklung der entsprechenden Währung im Verhältnis zum Euro für einen Investor eine bedeutende Rolle.

Zuletzt sind die Kurse vieler Aktien zum Teil deutlich gesunken. Grund waren vor allem die Unsicherheiten hinsichtlich der Auswirkungen der Probleme am US-Hypothekenmarkt. Würde das US-Wachstum davon deutlich in Mitleidenschaft gezogen werden, hätte das auch negative Auswirkungen auf die Exportwirtschaft der Eurozone. Obwohl uns die US-Hypothekenprobleme noch einige Zeit begleiten sollten gehen wir davon aus, dass die Aktienmärkte im Verlauf des Q4 ihren Aufwärtstrend fortsetzen werden. Ein langfristig orientierter Anleger, der bereits investiert ist, sollte seine Veranlagungen jetzt nicht veräußern. Wer Anlagekapital zur Verfügung hat, sollte nur einen Teil davon anlegen und sich dann die weitere Entwicklung der Märkte ansehen und später gegebenenfalls zukaufen.


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Friedrich Glechner, Volksbank GruppeFoto © VOLKSBANK

Fakten

Friedrich Glechner ist Analyst im Research-Team der Volksbank Gruppe.

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