Den Zeithorizont immer beachten
Ein Anleger sollte sich Gedanken über den
Zeithorizont einer Veranlagung machen.
Je länger dieser ist, desto höher ist auch das
Risiko, das er eingehen kann. Wer sein zur
Veranlagung bestimmtes Kapital bereits nach
einigen Monaten benötigt, um sich etwa ein
Auto zu kaufen, sollte risikolos veranlagen.
Wer einen gewissen Betrag über mehrere
Jahre nicht benötigt, sollte – abhängig von seiner
Risikoneigung – einen Teil in Aktien,
Fonds, Indexzertifikate mit/ohne Kapitalgarantie
etc. veranlagen, weil damit über einen
längeren Zeitraum mit hoher Wahrscheinlichkeit
höhere Renditen erzielt werden als mit
dem Sparbuch. Man sollte seine Veranlagung
auf jeden Fall diversifizieren, also sein Geld
auf mehrere Aktien, Branchen etc. aufteilen
um das Risiko in Form von Ertrags- bzw. Kursschwankungen
zu verringern.
Das Vermögen eines Investors erhöht sich
durch Kurssteigerungen und Dividendenzahlungen.
Nicht jede AG zahlt jedoch
eine Dividende, was aber nicht unbedingt
schlecht sein muss. Eine Firma in einem
frühen Wachstumsstadium wird keine Dividende
zahlen, weil sie die finanziellen Mittel
benötigt, um Wachstumsinvestitionen durchzuführen.
Die in der AG belassenen Mittel
werden sich aber voraussichtlich in späteren
Jahren in höheren Gewinnen des Unternehmens
niederschlagen. Und die Gewinne eines
Unternehmens bzw. die zukünftigen Gewinnerwartungen
sind es, die die Aktienkursentwicklung
langfristig beeinflussen. Ob eine
Aktie im Verhältnis zu einer Aktie eines vergleichbaren
Unternehmens hoch oder niedrig
bewertet ist, kann mit Kennzahlen wie etwa
dem Kurs/Gewinn-Verhältnis festgestellt werden.
Da eine Aktie außerhalb der Eurozone in
einer anderen Währung als in Euro notiert,
spielt auch die Entwicklung der entsprechenden
Währung im Verhältnis zum Euro für
einen Investor eine bedeutende Rolle.
Zuletzt sind die Kurse vieler Aktien zum
Teil deutlich gesunken. Grund waren vor
allem die Unsicherheiten hinsichtlich der
Auswirkungen der Probleme am US-Hypothekenmarkt.
Würde das US-Wachstum davon
deutlich in Mitleidenschaft gezogen werden,
hätte das auch negative Auswirkungen auf die
Exportwirtschaft der Eurozone. Obwohl uns
die US-Hypothekenprobleme noch einige Zeit
begleiten sollten gehen wir davon aus, dass
die Aktienmärkte im Verlauf des Q4 ihren
Aufwärtstrend fortsetzen werden. Ein langfristig
orientierter Anleger, der bereits investiert
ist, sollte seine Veranlagungen jetzt nicht veräußern.
Wer Anlagekapital zur Verfügung hat,
sollte nur einen Teil davon anlegen und sich
dann die weitere Entwicklung der Märkte
ansehen und später gegebenenfalls zukaufen.
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Friedrich Glechner, Volksbank GruppeFoto © VOLKSBANK
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Friedrich Glechner ist Analyst im Research-Team der Volksbank Gruppe.

