AUA-Kampfansage an Billigflieger: "2008 wird grimmig"
Laut Austrian Airlines-Chef Ötsch will die AUA "alles dazu tun, dass es den Mitbewerbern schlecht geht". Ihnen wird ein "heißer Empfang" bereitet.

Foto © ReutersAlfred Ötsch sagt Billigfliegern den Kampf an
Austrian Airlines-Chef Alfred Ötsch sagt den
Billigfliegern den Kampf an. "Die Low Cost-Quote ab Wien ist zu hoch,
es gibt hier zu viele Billigflieger", sagte Ötsch am Donnerstag
bei der AUA-Bilanzpressekonferenz am Wiener Flughafen. Aufgrund der
hohen Treibstoffpreise werde 2008 überhaupt ein "grimmiges Jahr" für
die Luftfahrt werden. Ötsch rechnet damit, dass "nicht alle
Mitbewerber das Jahr überleben werden". Und die AUA werde "alles dazu
tun, dass es ihnen schlecht geht".
Erfolgreiches Jahr 2007. Auch für die AUA selbst dürfte das Jahr 2008 weniger rosig werden:
"Es wird verdammt schwer werden, den Erfolg von 2007 zu wiederholen",
sagte Ötsch. Diese Aussage wollte er "nicht als Gewinnwarnung
verstanden wissen - wir nennen keine konkrete Zahlen", stellte der
AUA-Chef fest. Das Marktumfeld werde jedenfalls nicht leichter. Seine Ankündigung, im Jahr 2009 wieder dividendenfähige Gewinne
erwirtschaften zu wollen, setze einen tieferen Treibstoffpreis
voraus. "Wenn Kerosin auch dann um 1.000 Dollar kostet, dann muss ich
mir noch überlegen, ob das noch möglich ist", dämpfte Ötsch
überzogene Erwartungen.
"Heißer Empfang". Die AUA habe im Wettkampf mit Low Fare-Anbietern noch keine
Strecke aufgegeben, Mitbewerbern bereite man auf neu aufgenommenen
Strecken einen "heißen Empfang": "Auch ins kühle Stockholm wird's
heiße Preise geben", sagte Ötsch. Erst kürzlich hatte Niki Laudas
"Niki" ab Mai die Aufnahme der Strecke Wien-Stockholm angekündigt.
Kolportierter Billigstpreis: 29 Euro (einfach, samt Gebühren und
Zuschlägen). AUA-Flüge nach Stockholm sind aktuell ab 263 Euro (hin
und retour, samt Gebühren und Zuschlägen) zu haben, künftige
"Aktionspreise" vorbehalten.
SkyEurope. Eine Übernahme der slowakischen Billig-Airline SkyEurope, die seit
einem Jahr auch Direktflüge ab Wien anbietet, ist für die AUA kein
Thema: "Unsere Geschäftsmodelle passen nicht zusammen, das gibt
keinen Sinn". Zudem würde eine Übernahme "keine Flugzeuge, sondern
nur Leasingverträge" bringen. Während die AUA ihre Flugzeuge besitzt,
hat SkyEurope einen Großteil der Flieger geleast. 3,5 Millionen Fluggäste nahmen 2007 vom Flughafen Wien eine Low
Cost-Airline in Anspruch. Damit verzeichnete dieses Segment in Wien
ein Wachstum von 57,2 Prozent und erreicht einen Marktanteil von 18,7
Prozent am Vienna Airport.
Kampf gegen Billigflieger. Die AUA sei bereits jetzt im Kampf gegen die Billigflieger
erfolgreich: "Von den Wachstumsplänen ist bei SkyEurope keine Rede
mehr", stellt Ötsch fest. Vielmehr würden jetzt bereits wieder
Strecken eingestellt. Angesichts des starken Kapazitätswachstums
hätten viele Low Cost-Airlines "desaströse Ladefaktoren" (Auslastung)
zu verzeichnen.













