AUA-Deal: Das Scheitern kostet eine Milliarde
Platzt der AUA-Deal mit der Lufthansa, bräuchte die AUA laut ÖIAG-Chef Michaelis eine milliardenschwere Finanzspritze.

Foto © ReutersPlan B für die AUA: Eine Milliarde Euro
Dass die Übernahme der AUA durch die Lufthansa noch im Juli über die Bühne geht, wird immer stärker angezweifelt. In Brüssel tut sich nichts, die EU-Kommission wartet weiterhin vergebens auf ein Entgegenkommen der Lufthansa. Die wiederum könnte, wenn es bis 31. Juli kein Okay aus Brüssel gibt, vom Vertrag zurücktreten. Aus Expertensicht müsste die Lufthansa auf diese vertragliche Option verzichten, um den Deal noch zu ermöglichen: Das würde einen Zeitpolster schaffen. Jene ausgedehnte Prüfung der Wettbewerbskommission, die sich derzeit abzeichnet, würde so nicht mehr zwangsläufig zu einem Scheitern der Übernahme führen.
Wenn nicht, dann müsste man in Wien in die Schublade greifen und den Plan B zücken, dessen Inhalte aber bis zuletzt kaum bekannt waren.
Milliarden-Betrag
Etwas Licht ins Dunkle brachten bei der gestrigen Sonderhauptversammlung AUA-Vorstand Peter Malanik und ÖIAG-Chef Peter Michaelis. Zweiterer nannte erstmals eine Zahl, wie viel ein Platzen des Lufthansa-Deals kosten könnte: Der Betrag würde über dem Doppelten jenes Betrages liegen, der jetzt beantragt worden sei. Im Klartext: Mehr als eine Milliarde Euro. Bei dem "beantragten Betrag" handelt es sich um jene 500 Millionen Euro Staatszuschuss, die derzeit Gegenstand eines EU-Beihilfenverfahrens sind.
Die Inhalte von Plan B lassen sich kurz zusammenfassen: Weniger Strecken, weniger Flugzeuge, weniger Jobs, mehr staatliche Zuschüsse. "Wir müssten erneut Haupteigentümer und Republik bitten, uns finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen", so Malanik. Plan B wäre so etwas wie ein vorbereitender "Überbrückungsplan", der die Richtung für einen weiteren Anlauf zur Privatisierung der AUA vorgeben würde. Denn, so Malanik, ohne strategischen Partner gehe es so oder so nicht.
Turbulente Versammlung
"Frechheit", "Farce", "Phantomveranstaltung", "peinliche Hätti-wari-Versammlung" - bei der AUA-Sonderhauptversammlung im Wiener Austria-Center machten zahlreiche Anleger ihrem Ärger Luft. Teilnehmer beschrieben die Geschehnisse als "bizarr". Denn gestern wurden bereits die acht Kandidaten für den neuen AUA-Aufsichtsrat auf Vorrat gewählt. Dieser würde sich, wenn der Deal über die Bühne geht, vornehmlich aus Umfeld der Lufthansa zusammensetzen. Von den Kandidaten war nur ein Mitglied selbst anwesend. Dieses Fernbleiben erzürnte die Kleinanleger. Investor Rupert-Heinrich Staller kritisierte insbesondere Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber, der "nicht den Anstand" habe, sich den Anlegern zu stellen.
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500 Millionen
Im EU-Beihilfeverfahren geht es aktuell um einen Staatszuschuss von 500 Millionen Euro, der beim Verkauf an die Lufthansa für die marode AUA fließen sollte.
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Michaelis: Scheitern verbotenFoto © APA














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