AUA kämpft gegen die Insolvenz: Krisenpaket am Montag
Knapp vor dem Verkauf steht die AUA vor der nächsten Katastrophe. Sollte nicht möglichst rasch ein Sparpaket beschlossen werden, droht eine Insolvenz.

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Die Austrian Airlines (AUA) muss dringend
Sanierungsschritte setzen, sonst droht ihr die Pleite, noch bevor sie
sich unter die Fittiche der deutschen Lufthansa retten kann. Seit 15
Uhr laufen bei der AUA wieder Verhandlungen um ein Sparpaket. Von dem
hängt es ab, ob die AUA mit einem im Dezember vergebenenen
staatlichen 200-Millionen-Notkredit auskommt oder ob noch vor dem
Sommer das Geld ausgeht. Dass die Verhandlungen zwischen
AUA-Vorstand, Betriebsräten und Gewerkschaftern bis Montag fertig
sind, wurde am Donnerstag Nachmittag gegenüber der APA bezweifelt. Am
Montag wollte AUA-Aufsichtsratschef Peter Michaelis das Paket im
Aufsichtsrat absegnen lassen. An einen Rücktritt als AUA-Präsident
vor dem Lufthansa-Closing denkt er nicht.
Kampf gegen Insolvenz.
Nachdem gestern Finanzminister Josef Pröll (V) erstmals öffentlich
ein Insolvenzszenario für die krisengeschüttelte Austrian Airlines
angesprochen hat, bestätigte heute, Donnerstag, auch ÖIAG-Chef und
AUA-Präsident Michaelis, dass man derzeit gegen eine Insolvenz
ankämpft. Der ÖIAG gehören noch 41,6 Prozent an der AUA. Der Verkauf
dieses Pakets an die Lufthansa ist bereits unterzeichnet.
Nachfolger
Kommenden Montag im AUA-Aufsichtsrat beschlossen werden soll auch formal die Einsetzung von Peter Malanik und Andreas Bierwirth als interimistische Ötsch-Nachfolger.
Krisenpaket muss greifen.
Michaelis stellte klar: Wenn das Krisen-Sparpaket, das heuer 225
Mio. Euro freischaufeln soll, rasch und erfolgreich umgesetzt wird,
dann steht die AUA nicht vor der Pleite. Bis 2012 müssen nach
bisherigen Plänen insgesamt 425 Mio. Euro gespart werden. Reichen die
bisher geplanten Akut-Maßnahmen (Kurzarbeit, Teilzeit, temporärer
Gehaltsverzicht, Urlaubsabbau, Streckenkürzungen, Stilllegung von
Flugzeugen) nicht, gibt es auch Personalabbau. Die AUA hat derzeit
rund 8.000 Mitarbeiter. Sie müssen seit Wochen mit wiederkehrenden
Gerüchten um einen größeren Stellenabbau leben.
Beihilfen erforderlich.
In einer am gestrigen Mittwoch veröffentlichten
Anfragebeantwortung hatte Finanzminister Pröll zu kritischen Fragen
der Opposition zum "Verschenken" des ÖIAG-Anteils an die Lufthansa
und zur 500 Millionen schweren staatlichen Morgengabe
("Schuldennachlass") beim Verkauf an die Deutschen erklärt: "Wenn ein
Insolvenzszenario vermieden werden soll, wäre, auch unabhängig von
einer Transaktion mit der Lufthansa, die Leistung einer staatlichen
Beihilfe erforderlich".
Features
Deal
Zur definitiven Übernahme durch die Lufthansa seien in der Tat noch einige Hürden zu nehmen. Die EU muss der Übernahme zustimmen. Den anderen Interessenten an der AUA ist der Deal ein Dorn im Auge - sie könnten versuchen gerichtlich dagegen vorzugehen. Auch die Kleinaktionäre könnten den Verkauf noch zu Fall bringen - die Lufthansa will alle Aktien.
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