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Zuletzt aktualisiert: 05.02.2009 um 17:26 UhrKommentare

AUA kämpft gegen die Insolvenz: Krisenpaket am Montag

Knapp vor dem Verkauf steht die AUA vor der nächsten Katastrophe. Sollte nicht möglichst rasch ein Sparpaket beschlossen werden, droht eine Insolvenz.

Foto © APA

Die Austrian Airlines (AUA) muss dringend Sanierungsschritte setzen, sonst droht ihr die Pleite, noch bevor sie sich unter die Fittiche der deutschen Lufthansa retten kann. Seit 15 Uhr laufen bei der AUA wieder Verhandlungen um ein Sparpaket. Von dem hängt es ab, ob die AUA mit einem im Dezember vergebenenen staatlichen 200-Millionen-Notkredit auskommt oder ob noch vor dem Sommer das Geld ausgeht. Dass die Verhandlungen zwischen AUA-Vorstand, Betriebsräten und Gewerkschaftern bis Montag fertig sind, wurde am Donnerstag Nachmittag gegenüber der APA bezweifelt. Am Montag wollte AUA-Aufsichtsratschef Peter Michaelis das Paket im Aufsichtsrat absegnen lassen. An einen Rücktritt als AUA-Präsident vor dem Lufthansa-Closing denkt er nicht.

Kampf gegen Insolvenz. Nachdem gestern Finanzminister Josef Pröll (V) erstmals öffentlich ein Insolvenzszenario für die krisengeschüttelte Austrian Airlines angesprochen hat, bestätigte heute, Donnerstag, auch ÖIAG-Chef und AUA-Präsident Michaelis, dass man derzeit gegen eine Insolvenz ankämpft. Der ÖIAG gehören noch 41,6 Prozent an der AUA. Der Verkauf dieses Pakets an die Lufthansa ist bereits unterzeichnet.

Nachfolger

Kommenden Montag im AUA-Aufsichtsrat beschlossen werden soll auch formal die Einsetzung von Peter Malanik und Andreas Bierwirth als interimistische Ötsch-Nachfolger.

Krisenpaket muss greifen. Michaelis stellte klar: Wenn das Krisen-Sparpaket, das heuer 225 Mio. Euro freischaufeln soll, rasch und erfolgreich umgesetzt wird, dann steht die AUA nicht vor der Pleite. Bis 2012 müssen nach bisherigen Plänen insgesamt 425 Mio. Euro gespart werden. Reichen die bisher geplanten Akut-Maßnahmen (Kurzarbeit, Teilzeit, temporärer Gehaltsverzicht, Urlaubsabbau, Streckenkürzungen, Stilllegung von Flugzeugen) nicht, gibt es auch Personalabbau. Die AUA hat derzeit rund 8.000 Mitarbeiter. Sie müssen seit Wochen mit wiederkehrenden Gerüchten um einen größeren Stellenabbau leben.

Beihilfen erforderlich. In einer am gestrigen Mittwoch veröffentlichten Anfragebeantwortung hatte Finanzminister Pröll zu kritischen Fragen der Opposition zum "Verschenken" des ÖIAG-Anteils an die Lufthansa und zur 500 Millionen schweren staatlichen Morgengabe ("Schuldennachlass") beim Verkauf an die Deutschen erklärt: "Wenn ein Insolvenzszenario vermieden werden soll, wäre, auch unabhängig von einer Transaktion mit der Lufthansa, die Leistung einer staatlichen Beihilfe erforderlich".


Deal

Zur definitiven Übernahme durch die Lufthansa seien in der Tat noch einige Hürden zu nehmen. Die EU muss der Übernahme zustimmen. Den anderen Interessenten an der AUA ist der Deal ein Dorn im Auge - sie könnten versuchen gerichtlich dagegen vorzugehen. Auch die Kleinaktionäre könnten den Verkauf noch zu Fall bringen - die Lufthansa will alle Aktien.

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