Ex-AUA-Chef Ötsch will 1,1 Mio. Euro Abfertigung
Der Ende Jänner mit sofortiger Wirkung abgelöste Ex-AUA-Chef Alfred Ötsch wird entgegen allen Beteuerungen seine volle Abfertigung von mehr als einer Million Euro erhalten, berichtet die Tageszeitung "Österreich" in ihrer Sonntagausgabe.

Foto © APMäßig beliebt/erfolgreich: Ötsch
Der ehemalige
AUA-Boss werde für seinen vorzeitigen Abgang "keinen Cent weniger"
erhalten, als ihm rechtlich zustehe, nämlich 1,1 Mio. Euro. Der Deal
laufe in einer Geheimaktion der ÖIAG ab. Obwohl der Staat mit 41,56
Prozent der wichtigste Eigentümer der ÖIAG sei, habe den Vertrag
bisher kein Politiker gesehen.
Ötsch habe bis zuletzt extrem gut gepokert, heißt es im Bericht
weiter. Er habe auf seine kompletten Ansprüche beharrt. Der Betrag
könnte sogar noch deutlich darüber liegen.
Faymann kritisch.
Bundeskanzler Werner Faymann (S) spricht sich ebenfalls in einem
"Österreich"-Interview gegen ein großzügiges Verhalten gegenüber
Ötsch aus: "Ich habe diese Vertragsauflösung bisher nicht gesehen,
will aber unbedingt, dass sie von Juristen geprüft wird - und glaube,
dass es beim Debakel, das der Herr Ötsch angerichtet hat, keinen
Anlass für Großzügigkeit gibt", so der Bundeskanzler.
Zuletzt habe Ötsch inklusive erfolgsabhängiger Bezüge 532.000 Euro
erhalten, heißt es im Bericht weiter. Aus dieser Ötsch-Gage ergebe
sich jedenfalls die Abfertigung in Höhe von rund einer Million -
inklusive variabler Gehaltsbestandteile seien es rund 1,1 Mio. Euro.
Der Vertrag wäre eigentlich noch bis Mai 2011 gelaufen.
Muss auch Michaelis gehen?
Unklar sei aber noch, ob es im Vorstandsvertrag zusätzliche
Prämien-Zusagen gegeben habe, wie die Pensionszusagen aussehen und ob
Ötsch Ansprüche aus Aktien-Optionen geltend machen könne. Unter dem
Strich könnte es also deutlich mehr sein, so die Zeitung. Dass die
AUA am Rande der Pleite stehe und nur mehr durch die Übernahme der
Lufthansa gerettet werden könne, spiele da keine Rolle. Ötsch sei
zumindest aus derzeitige Sicht rein rechtlich nichts vorzuwerfen.
Sollte Ötsch am Ende tatsächlich mehr als eine Million kassieren,
könnte das auch das Ende von Peter Michaelis an der Spitze der ÖIAG
bedeuten, heißt es weiter. Schließlich könne Michaelis die prekäre
Situation bei de AUA nicht entgangen sein. Mit der Ablöse von Ötsch
und dem Beginn des Verkaufsprozesses sei viel zu lange gewartet
worden.
Features
Heikle Phase
Ursprünglich war eine perso-
Zur Person
Der am 10. Mai 1953 in Wiener Neustadt geborene Ötsch hat die ersten 28 Jahre seiner Karriere (ab 1978) bei Siemens verbracht - und auch gegen ihn laufen in Deutschland Untersuchungen in der Schmiergeldaffäre von Siemens.












