Chaos um AUA-Verkauf: Opposition beschuldigt Regierung
Die FPÖ will einen sofortigen Verkaufsstopp und warnt vor einer Verscherbelung der AUA, BZÖ kritisiert, dass "einzelne AUA-Flugkapitäne noch immer mehr als der Bundeskanzler vedienen".

Foto © Reuters
Die Oppositionsparteien sind angesichts des Chaos im Finale der Privatisierung der Austrian Airlines (AUA) mit heftiger Kritik aufgefahren: Die FPÖ will einen sofortigen Verkaufsstopp,
warnt vor einer Verscherbelung der AUA. Das BZÖ will, dass bei einem AUA-Gipfel üer neue Strukturen gesprochen und Altlasten beseitigt werden. Und die Grünen verlangten den Rücktritt der Spitzen von AUA und ÖIAG, sie fürchten, dass jetzt der Steuerzahler zum Handkuss kommt.
"Umgehend beenden". "Die Farce um den Verkauf der AUA ist umgehend zu beenden", so
FPÖ-Luftfahrtsprecher Norbert Hofer am Mittwoch in einer Aussendung. Er geht davon aus, dass kein Angebot vorliegt. Sein Vorschlag: Kein Verkauf zum jetzigen Zeitpunkt, aber AUA-Sanierung "in Kooperation" mit internationalen Partnern. Auf Basis der jetzigen Ausgangslage
(Finanzkrise, sinkende Auslastung, Krise in der Luftfahrt) verbiete sich eine Privatisierung. Deshalb sollte der Verkauf ausgesetzt werden, bis ein dem Wert angemessener Privatisierungserlös zu erzielen sei, findet die FPÖ.
Horrende Gagen. BZÖ-Finanzsprecher Josef Bucher will eine Neubewertung der
Situation. "Nachdem nun alle Interessenten abgesprungen sind und sich die Parameter völlig verändert haben, sollte man einen "Beratungsgipfel" einberufen, um diese Situation bewerten zu können". Die AUA könne nur gesunden, wenn sie völlig neue Strukturen bekomme
und Altlasten beseitige. "Noch immer", so Bucher, "verdienen einzelne AUA-Flugkapitäne mehr als der Bundeskanzler. Solange das vertragliches Recht ist, wird keiner eine solche Airline nehmen wollen", glaubt das BZÖ.
"Großkoalitionäre Verzögerungspolitik". Die Grünen kritisierten "großkoalitionäre Verzögerungspolitik" in Sachen AUA-Verkauf zum Schaden der Steuerzahler und verlangten den
Rücktritt der Spitzenmanager von AUA und ÖIAG. Die Partei beschuldigt auch die Spitzenpolitiker: "Molterer und Faymann verursachten durch ihre Untätigkeit das derzeitige AUA-Debakel und tragen die volle Verantwortung für die Vernichtung von öffentlichem Vermögen", kritisierte die Verkehrssprecherin der Grünen, Gabriela Moser.
Manager. Bereits vor Jahren hätten die Spatzen vom Dach gepfiffen, dass eine Stand-alone-Lösung der AUA wirtschaftlich und budgetär nicht haltbar sei. AUA-Vorstandschef Alfred Ötsch wird "verfehltes Management" vorgeworfen, ÖIAG-Cher Peter Michaelis "Zögerlichkeit". Diese zwei Manager hätten, so finden die Grünen, schon vor zwei Monaten den Hut nehmen müssen.













