AUA: "Der beste Weg" oder "Scheinlösung Marke Rot-Schwarz"?
Das Ergebnis des heutigen AUA-Politgipfels findet Beifall von Regierungsseite, Kritik gibt es dagegen von der Opposition.
AUA-Chef Alfred Ötsch begrüßt in einer ersten
Stellungnahme die erzielte Einigung "als Basis für einen
Privatisierungsauftrag und damit für eine zukünftige strategische
Partnerschaft. Das ist in diesem schwierigen Umfeld der beste Weg für
Austrian Airlines und ihre 8.000 Mitarbeiter." Die Politik habe mit
dieser Entscheidung bewiesen, "dass sie die Verantwortung für den
Wirtschaftsstandort über die Wahlkampfinteressen stellt."
Einigung.
Beim heutigen Gipfeltreffen hatten sich SPÖ und ÖVP darauf
geeinigt, dass sich die staatliche ÖIAG auch komplett aus der AUA
zurückziehen kann, wenn gleichzeitig eine österreichische
Sperrminorität von 25 Prozent plus eine Aktie gesichert ist.
Im Interesse der ÖVP.
"Dass die AUA nun bis zu 100 Prozent privatisiert wird, ist zu 100
Prozent im Interesse der ÖVP", applaudiert auch ÖVP-Finanzsprecher
Günter Stummvoll. Damit würden in Summe 65.000 Arbeitsplätze bei der
AUA und am Wiener Flughafen gesichert. Bei voller Privatisierung
bleibe ein privater österreichischer Kernaktionär. Die Marke AUA
müsse erhalten, die Entscheidungszentrale in Österreich bleiben.
Wichtig sei zudem "die Aufrechterhaltung eines dem Standort
angemessenen Streckennetzes".
Hundstorfer erfreut.
Auch ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer begrüßt die Einigung: "Eine
AUA-Struktur mit österreichischen Kernaktionären führt dazu, dass
nicht nur finanzielle Ertragsinteressen vertreten werden. Auch
Arbeitsplätze, Wirtschaftsstandort und Streckennetz können die mit
Sperrminorität ausgestatteten österreichischen Eigentümer im
Interesse des Landes im Auge behalten", so der ÖGB-Präsident.
Strategische Einflussnahme.
Bei einem Verkauf der Airline dürfe sich Österreich nicht die
Möglichkeiten der strategischen Einflussnahme auf dieses "wichtige
Kernunternehmen" nehmen lassen. Ein Vollverkauf an die Lufthansa
würde die Bedeutung des Luftfahrtdrehkreuzes Wien massiv in Frage
stellen, meinen auch die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck,
Journalismus, Papier (GPA-DJP) Wolfgang Katzian und der Verkehrs- und
Dienstleistungsgewerkschaft vida, Rudolf Kaske.
Zufrieden zeigt sich auch Wiens Bürgermeister Michael Häupl (S. Durch
die Sperrminorität blieben die österreichischen Interessen gewahrt:
"Das ist gut." Besonders wichtig sei ihm dabei, dass die
Drehscheibenfunktion des Unternehmens mit der heutigen Entscheidung
gesichert bleibe: "Es ist uns sehr wichtig, dass diese erhalten
bleiben."













