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Zuletzt aktualisiert: 05.08.2008 um 17:26 UhrKommentare

Partner-Auswahl liegt bei ÖIAG-Gremien

Vizekanzler Molterer und SP-Chef Werner Faymann sind sich hinsichtlich der AUA-Privatisierung einig: Sollten die 25 Prozent des AUA-Anteils nicht an heimische Investoren übergehen, werde die ÖIAG einen Teil an der AUA behalten. Bei der Partnerwahl sollen die zutändigen Gremien entscheiden.

Einigkeit zwischen Molterer und Faymann

Foto © ReutersEinigkeit zwischen Molterer und Faymann

Das Behalten einer österreichischen Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie sei Teil des Privatisierungsauftrags und auch darin festgeschrieben, erklärten Finanzminister Vizekanzler Wilhelm Molterer und Infrastrukturminister SP-Kanzlerkandidat Werner Faymann nach dem heutigen AUA-Gipfelgespräch im Kanzleramt. "Das ist selbstverständlich Bestandteil des Privatisierungsauftrags", unterstrich Molterer. Falls sich nicht genügend heimische Investoren für den Viertel-Anteil finden, werde die ÖIAG einen Teil an der AUA behalten.

AUA-Anteile. Ein AUA-Partner werde sich nicht nur auf den ÖIAG-Anteil von 42,75 Prozent konzentrieren, sondern müsse "sich auch etwas überlegen" für die in Streubesitz knapp 50 Prozent an der AUA, sagte Molterer. Zusätzlich hält derzeit eine österreichische Finanzgruppe 7,25 Prozent der AUA-Anteile.

"Profis am Zug". Bezüglich der Auswahl eines Partners für die AUA wollten sich Faymann und Molterer heute auf keine Vorentscheidung einlassen. Darüber solle nicht die Politik entscheiden, sondern die zuständigen Gremien, insbesondere der Strategieausschuss im ÖIAG-Aufsichtsrat, erklärte Faymann. "Jetzt sind die Profis am Zug", sagte Molterer. Alle in Frage kommenden Partner für die AUA seien jetzt ernsthaft zu prüfen. Der Berater Boston Consulting hatte eine Präferenz für die deutsche Lufthansa gezeigt.

Interessenten. Die Lufthansa hat heute ihr Interesse an der AUA neuerlich bestätigt. Man werde sich mit dem Thema befassen, wenn es akut sei, sagte eine Lufthansa-Sprecherin am Dienstag. Damit wiederholte sie den früheren Standpunkt der Lufthansa. Finanzvorstand Stephan Gemkow hatte in der Vorwoche gesagt, zunächst müsse es einen Privatisierungsauftrag geben und Klarheit über die politischen Prozesse in Österreich herrschen.

Danksagung. Beide Koalitionspartner zeigten sich überaus zufrieden mit dem heutigen Ergebnis. Molterer sprach von einer "sehr vernünftigen Lösung". Mit der Lösung seien die österreichischen Interessen gewahrt und ein billiger Abverkauf ausgeschlossen, sagte Faymann. "Wer geglaubt hat, er kann die AUA zu 100 Prozent fressen, der kann nicht mitmachen." Demonstrativ bedankte sich Faymann (Wahlslogan: "Genug gestritten") bei Molterer "für diese konstruktive Zusammenarbeit".

"Weg der Vernunft. Der Privatisierungsauftrag gilt nur für diese Legislaturperiode. Reicht die Zeit für das Finden eines AUA-Partners nicht aus, dann werde es einen neuen Auftrag geben müssen. "Ich gehe davon aus, dass sich eine solche Suche länger ziehen kann", sagte Faymann. Auch Molterer geht davon aus, dass auch eine neue Regierung an diesem eingeschlagenen "Weg der Vernunft" festhalten wird. Wiederholt war erklärt worden, dass ein Verkauf deshalb bis Ende Oktober fixiert sein sollte, einen Monat nach den Nationalratswahlen.


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AUA wird privatisiertFoto © APA

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