Partner-Auswahl liegt bei ÖIAG-Gremien
Vizekanzler Molterer und SP-Chef Werner Faymann sind sich hinsichtlich der AUA-Privatisierung einig: Sollten die 25 Prozent des AUA-Anteils nicht an heimische Investoren übergehen, werde die ÖIAG einen Teil an der AUA behalten. Bei der Partnerwahl sollen die zutändigen Gremien entscheiden.

Foto © ReutersEinigkeit zwischen Molterer und Faymann
Das Behalten einer österreichischen Sperrminorität von 25 Prozent
plus einer Aktie sei Teil des Privatisierungsauftrags und auch darin
festgeschrieben, erklärten Finanzminister Vizekanzler Wilhelm
Molterer und Infrastrukturminister SP-Kanzlerkandidat Werner Faymann
nach dem heutigen AUA-Gipfelgespräch im Kanzleramt. "Das ist
selbstverständlich Bestandteil des Privatisierungsauftrags",
unterstrich Molterer. Falls sich nicht genügend heimische Investoren
für den Viertel-Anteil finden, werde die ÖIAG einen Teil an der AUA
behalten.
AUA-Anteile.
Ein AUA-Partner werde sich nicht nur auf den ÖIAG-Anteil von 42,75
Prozent konzentrieren, sondern müsse "sich auch etwas überlegen" für
die in Streubesitz knapp 50 Prozent an der AUA, sagte Molterer.
Zusätzlich hält derzeit eine österreichische Finanzgruppe 7,25
Prozent der AUA-Anteile.
"Profis am Zug".
Bezüglich der Auswahl eines Partners für die AUA wollten sich
Faymann und Molterer heute auf keine Vorentscheidung einlassen.
Darüber solle nicht die Politik entscheiden, sondern die zuständigen
Gremien, insbesondere der Strategieausschuss im ÖIAG-Aufsichtsrat,
erklärte Faymann. "Jetzt sind die Profis am Zug", sagte Molterer.
Alle in Frage kommenden Partner für die AUA seien jetzt ernsthaft zu
prüfen. Der Berater Boston Consulting hatte eine Präferenz für die
deutsche Lufthansa gezeigt.
Interessenten.
Die Lufthansa hat heute ihr Interesse an der AUA neuerlich
bestätigt. Man werde sich mit dem Thema befassen, wenn es akut sei,
sagte eine Lufthansa-Sprecherin am Dienstag. Damit wiederholte sie
den früheren Standpunkt der Lufthansa. Finanzvorstand Stephan Gemkow
hatte in der Vorwoche gesagt, zunächst müsse es einen
Privatisierungsauftrag geben und Klarheit über die politischen
Prozesse in Österreich herrschen.
Danksagung.
Beide Koalitionspartner zeigten sich überaus zufrieden mit dem
heutigen Ergebnis. Molterer sprach von einer "sehr vernünftigen
Lösung". Mit der Lösung seien die österreichischen Interessen gewahrt
und ein billiger Abverkauf ausgeschlossen, sagte Faymann. "Wer
geglaubt hat, er kann die AUA zu 100 Prozent fressen, der kann nicht
mitmachen." Demonstrativ bedankte sich Faymann (Wahlslogan: "Genug
gestritten") bei Molterer "für diese konstruktive Zusammenarbeit".
"Weg der Vernunft.
Der Privatisierungsauftrag gilt nur für diese Legislaturperiode.
Reicht die Zeit für das Finden eines AUA-Partners nicht aus, dann
werde es einen neuen Auftrag geben müssen. "Ich gehe davon aus, dass
sich eine solche Suche länger ziehen kann", sagte Faymann. Auch
Molterer geht davon aus, dass auch eine neue Regierung an diesem
eingeschlagenen "Weg der Vernunft" festhalten wird. Wiederholt war
erklärt worden, dass ein Verkauf deshalb bis Ende Oktober fixiert
sein sollte, einen Monat nach den Nationalratswahlen.
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AUA wird privatisiertFoto © APA













