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Zuletzt aktualisiert: 25.08.2008 um 19:25 UhrKommentare

Preisschlacht: Teuerung wird zum Zugpferd in der Werbung

Der Handel unterbietet sich gegenseitig mit Billigangeboten. Doch die Profiteure der Inflation sind vor allem die Diskonter.

Es wird auf den Preis geschaut, mehr denn je

Foto © Kleine Zeitung Digital/Erwin ScheriauEs wird auf den Preis geschaut, mehr denn je

Man möchte fast meinen, die Inflation nützt den Konsumenten. "Kleine Preise? Ja, bitte!", präsentiert sich BauMax im neuen Prospekt. Spar stellt das "7-Punkte-Spar-Programm vor", Billa lockt mit dem "Familienpreis", Merkur senkt wieder einmal die "Tiefpreislatte".

Billig zieht. Der Handel nützt die allgemeine Teuerungswelle zur Platzierung von Billigangeboten. Man buhlt um die verschüchterten Konsumenten, denn die fahren in Zeiten wie diesen nachweislich "seltener einkaufen bzw. geben pro Einkauf weniger aus", weiß Dorothea Hagenauer-Stattmann vom Marktforschungs-Institut Nielsen.

Essen und Trinken. Vor allem bei Nahrungsmitteln und Getränken sind die gestiegenen Preise spürbar. Daher steigt die Eigenmarken-Dichte: Bei Spar machen solche Produkte - es sind rund 2000 - bereits ein Viertel vom Großhandelsumsatz aus. "Zuletzt hat uns die Einführung des Logos 'S-Budget' auch neue Kunden gebracht. Die Marke gibt es erst seit Mai und sie läuft super", gesteht Spar-Sprecherin Nicole Berkmann. Bei S-Budget geht es allerdings vor allem um Produkte in größeren Mengen.

Diskonter stechen. Wer am meisten profitiert, sind die Diskonter, die laut Studien 30 bis 50 Prozent günstiger anbieten als der Mitbewerb. Heuer wuchsen sie bisher mit 6,8 Prozent um 44 Prozent stärker als der Gesamtmarkt, der um 4,7 Prozent zulegen konnte. Hofer und Lidl allein halten in Österreich bereits 22 Prozent Marktanteil. "Insgesamt dürfte die Diskontszene bald ein Drittel des Marktes beherrschen", glaubt Hagenauer-Stattmann. Derzeit führen bereits drei von 14 Einkäufen zum Diskont-Anbieter.

EVA GABRIEL

Auswirkungen

Die Kunden fahren seltener einkaufen und geben pro Einkauf weniger aus: Drei von vier Öster-
reichern vergleichen Preise.

Der Handel steigert den Umsatz: Nicht zuletzt, weil sich die Österreicher auch beim Ausgehen einschränken.

Die Produkte am Einkaufszettel sind ein Mix aus Eigenmarken, Bio und Convenience. Man kauft billig und exklusiv gleichzeitig.

Die Eigenmarken holen auf. Sie machen ein Viertel
der Produktpalette aus.

Die Diskonter werden immer beliebter , zunehmend kauft auch der Mittelstand dort ein. Drei von 14 Einkäufen werden beim Diskonter ge-tätigt. Marktforscher prophezeien ihnen ein Drittel der Marktmacht.

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