Patriarch mit Erfolg - "Mr. Haribo" Hans Riegel wird 85
Der Unternehmer mit Wohnsitz in der Steiermark wird 85 Jahre alt.

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Er gehört zu den Unternehmer-Urgesteinen in
Deutschland: Hans Riegel oder "Mr. Haribo". Seit mehr als sechs
Jahrzehnten lenkt der Patriarch den Bonner Fruchtgummi-Konzern -
ebenso eigensinnig wie erfolgreich. Hans Riegel feiert an diesem
Montag seinen 85. Geburtstag, und er ist noch kein bisschen müde.
Unter seiner Leitung und mit seinem Tatendrang ist der
Familienbetrieb Haribo mit dem Bärchen-Imperium zum Weltmarktführer
mit Milliardenumsatz geworden.
Bonn.
Wenn das Wetter schön ist und die Zeit knapp, steuert Hans Riegel
immer noch selbst seinen Hubschrauber von seinem Wohnsitz in der
österreichischen Steiermark nach Bonn. Auch dort hat er im Grünen ein
Haus und etwas weiter entfernt, in Boppard am Rhein, das Hotel
Jakobsberg mit Golfplatz. Wenn er im Rheinland sei, dann gehe er auch
täglich ins Büro, berichtet sein Sprecher Marco Alfter. Das befindet
sich in der schmucklosen Firmenzentrale in der Hans-Riegel-Str. 1, in
Bonn-Kessenich, direkt bei den Produktionsanlagen.
Profitables Unternehmen.
Hans Riegel gilt als "Hansdampf". Die immer wieder aktuellen
Neuerungen im Sortiment gehen oft von ihm aus. Die Expansion über die
Grenzen trieb er voran. Bis nach Grönland oder auf die
Falkland-Inseln werden die legendären Goldbärchen, Lakritz-Schnecken
oder Maoam-Kaubonbons geliefert. Die Marke gilt wegen ihres hohen
Bekanntheitsgrads als Juwel. Mit TV-Star Thomas Gottschalk hat Riegel
seit vielen Jahren eine wirksame Werbefigur. Das solide Unternehmen
wirtschaftet hoch profitabel - so viel ist nach außen bekannt, auch
wenn Zahlen zum Gewinn nicht veröffentlicht werden.
Nachfolge offen.
Nur eins hat der Alleinherrscher und promovierte Volkswirt nicht
geschafft: Beizeiten einen Nachfolger zu installieren. Das ist bis
heute offen. Eine geplante Lösung mit seinem Neffen Hans-Jürgen
Riegel zerschlug sich. Und von einem eigenen Rückzug will Hans
Riegel, der selbst keine Kinder hat, bis heute nichts wissen. Auch
mit seinem drei Jahre jüngeren Bruder Paul, neben ihm der Mitinhaber
des Unternehmens und offiziell für die Produktion zuständig, soll
nicht alles in Harmonie sein.
Droht mit Abwanderung.
Auch mit der Stadt Bonn verträgt sich Hans Riegel nicht so recht.
Da sie ihm für einen neuen Standort - weg vom engen Kessenich - nicht
zu günstigen Bedingungen bei der Gewerbesteuer ein anderes Grundstück
anbot, droht er seit Jahren mit Abwanderung. Sein neuer Favorit ist
die nahe gelegene Kleinstadt Rheinbach. Aber hier hat auch sein
Bruder ein Wörtchen mitzureden. Beide seien sich nicht einig, und
deshalb lägen hier Entscheidungen auf Eis, berichten informierte
Kreise.
Seit 1920.
Haribo gibt es seit 1920. Groß und Klein können den eingängigen
und seit Jahrzehnten unveränderten Werbespruch nachsingen: "Haribo
macht Kinder froh und Erwachsene ebenso." Und Hans Riegel ist
überzeugt: "Was man von Kind an gegessen hat, dass isst man bis ins
hohe Alter." Schon der erste deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer
soll noch hoch betagt dem Naschzeug verfallen gewesen sein.
Name des Unternehmens.
Der am 10. März 1923 geborene Riegel übernahm das Geschäft kurz
nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 von seinem Vater Johann, genannt
Hans. Von diesem Namen und der Bonner Heimat (HA-RI-BO) leitete sich
auch der Name des Unternehmens ab. Inzwischen produziert Haribo an 17
Standorten in Europa und beschäftigt rund 6.000 Mitarbeiter.
Meister in Badminton.
Hans Riegel führte nach dem Krieg Badminton in Deutschland ein,
war selbst sogar Deutscher Meister und daneben noch Turnierreiter. Er
sei noch immer "topfit", sagt Alfter. Der Waldbesitzer bewege sich
viel, fröne seinem Hobby, der Jagd, und liebe es, seinen Hubschrauber
zu steuern. "Er besteht noch immer jedes Jahr die obligatorischen
Prüfungen." Und an Karneval ließ er es sich vor kurzem nicht nehmen,
auf einen eigenen Festwagen im Bonner Rosenmontagszug zu steigen, um
neben DJ Ötzi mit "Alaaf!" neue Sterne-Fruchtgummis unters Narrenvolk
zu werfen.














